Karneval 2026: Traditionelle Leckereien für Jecken von Pfannkuchen bis Heringsschmaus
Karneval 2026: Traditionelle Leckereien für Jecken

Karneval 2026: Traditionelle Leckereien für die Jecken

Zum Karneval gehört nicht nur jede Menge Frohsinn, sondern auch besonders leckeres Essen. Süß darf es sein, salzig, scharf, aber auch fett. Am besten alles gleichzeitig. Warum? Weil für gläubige Christen am Ende des Karnevals, am Aschermittwoch, traditionell die karge Fastenzeit eingeläutet wird. Die dauert genau 40 lange Tage, bis Ostern. Also vorher unbedingt noch mal schlemmen! Alles über die besten Leckereien der Karnevalszeit und die besten Rezeptideen für zu Hause finden Sie hier.

Schmalzgebäck: Regionale Vielfalt an Namen

Wie das Gebäck nun richtig heißt, das führt oft zu Diskussionen. Ob Krapfen, Pfannkuchen, Berliner oder Kräppel: Das Schmalzgebäck hat regional unterschiedliche Namen und zählt zu den bekanntesten Leckerbissen der Karnevalszeit. Die Grundlage der leckeren Rundlinge ist in den meisten Fällen ein Hefeteig, der in heißem Fett ausgebacken wird. Gefüllt werden sie anschließend nach Belieben mit Konfitüre, Nuss-Nougat-Creme oder Vanillepudding. Die Garnitur: Puder- oder Kristallzucker.

Mutzenmandeln: Rheinische Karnevalsspezialität

Neben Krapfen sind vor allem im Rheinland Mutzenmandeln eine beliebte Karnevalsspezialität. Das mandelförmig aussehende Gebäck wird dabei aus Mürbeteig hergestellt. Hier ein Rezept dafür:

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  • 80 g Butter
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 2 Eier
  • 60 g Puderzucker
  • Salz
  • 1 EL Rum
  • 150 g Mehl
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 0,5 Päckchen Backpulver
  • 1 l Öl zum Frittieren
  • 150 g Puderzucker

Butter mit Vanillezucker schaumig rühren. Ein Ei trennen. Das Eigelb mit dem ganzen Ei, Puderzucker, Salz und Rum ebenfalls schaumig rühren. Mehl, Mandeln und Backpulver in einer Schüssel mischen. Anschließend in die Eiermasse abwechselnd die Butter und die Mehlmischung einrühren. Die Masse anschließend zu einem homogenen Teig verkneten. Von dem Teig mit einem kleinen Löffel Nocken abstechen und mit der Hand kleine Mutzen formen. Öl in einem Topf erhitzen und die Mutzen portionsweise ausbacken.

Herzhafte Gerichte: Historische Bedeutung

Draußen ist es noch winterlich kalt und es wird beim Feiern auch gut Alkohol konsumiert. Da kommen herzhafte Rezepte zum Kochen genau richtig, und meist haben sie auch eine historische Bedeutung. Als es noch keine Kühlschränke gab, mussten verderbliche Lebensmittel, wie Fleisch und Eier zur Fastenzeit vorher noch aufgebraucht werden. Sie wurden also schnell zu deftigen Mahlzeiten verarbeitet. Ein typisch „kölsches“ Gericht ist dabei „Soore Kappes ungerenander“, zu Deutsch: Sauerkrauteintopf durcheinander gekocht.

Hierfür werden in Köln und anderswo ausgelassener Speck und gedünstete Zwiebeln mit Sauerkraut, Wacholderbeeren, Salz, Apfelstücken und Kassler in Brühe mindestens eine Stunde lang gekocht und dann mit gestampften Kartoffeln untereinander („ungerenander“) vermengt.

Was essen Narren am Faschingsdienstag?

Auch Hackbraten, die klassische Currywurst, Bauernfrühstück oder ein falscher Hase mit Ei und Gemüse bilden eine gute Party-Grundlage. Tipp für Norddeutsche: Labskaus schmeckt zu Karneval prima als deftige Mahlzeit vor der Feier.

Heringsschmaus gegen den Aschermittwochs-Kater

Am Aschermittwoch wird traditionell die Fastenzeit eingeläutet. Früher gab es dann vielerorts einen Heringssalat, da Fisch als Fastenspeise gilt und außerdem gegen einen dicken Kopf nach der Feier hilft. Das Rezept für Heringsschmaus kommt hier:

  • 250 g Hering
  • 250 g festkochende Kartoffeln
  • 100 g Erbsen
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 kleiner Apfel
  • 1 TL Senf
  • 5 Essiggurken
  • 250 g Joghurt
  • Salz, Pfeffer und Dill

Kartoffeln gar kochen. Hering unter kaltem Wasser abwaschen und in Stücke schneiden. Zwiebel schälen und fein hacken, Apfel und Essiggurken in kleine Würfel schneiden. Die gekochten Kartoffeln in Scheiben schneiden. Alles in einer großen Schüssel miteinander vermengen. Joghurt mit Senf, Salz, Pfeffer und Dill abschmecken und unter den Fisch und das Gemüse verrühren.

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Erbsensuppe (Ähzezupp): Kultstatus im Rheinland

Wer im Karneval lange draußen unterwegs ist, wünscht sich anschließend oder zwischendurch wärmende Eintöpfe und Suppen, wie die Erbsensuppe. Besonders im Rheinland hat Erbsensuppe Kultstatus und wird auch als „Ähzezupp“ bezeichnet. Hier das Rezept für eine Erbsensuppe:

  • 500 g Erbsen
  • 3½ l Wasser
  • 750 g Kartoffeln
  • ¼ Sellerie
  • 1 Lauchstange
  • 2 Möhren
  • 1 gelbe Rübe
  • Petersilie
  • 300 g Schweinerippe
  • 300 g gepökeltes Schweinefleisch
  • 2 Zwiebeln
  • Natron

Die gereinigten Erbsen werden mit etwas Natron in 1 ½ l Wasser eingeweicht. Ein Teil des Einweichwassers wird am nächsten Tag mitverwendet, dazu kommt der Rest des Wassers. Darin sollen die Erbsen gut 1 Stunde köcheln. In der Zwischenzeit Schweinefleisch und Rippe hinzugeben. Nach der ersten Stunde wird das Fleisch zunächst wieder herausgenommen. Nun gibt man die kleingeschnittenen Kartoffeln und das geschnittene Suppengrün sowie die gehackten Zwiebeln zu den Erbsen. Die Erbsen müssen dann so lange sieden, bis sie sich mit der Gabel zerdrücken lassen. 45 Minuten vor dem Kochzeitende wird das inzwischen klein geschnittene Fleisch wieder in die Suppe gegeben.

Himmel un Äd: Tradition aus dem Rheinland

Ein Gericht, das ebenfalls in den Karnevalshochburgen des Rheinlandes häufig zur Karnevalszeit zubereitet wird, ist „Himmel und Äd“, zu Deutsch: Himmel und Erde. Traditionell besteht es aus Stampfkartoffeln mit Blutwurst und Apfel. So wird das Karnevalsgericht zubereitet. Die Zutaten beziehen sich pro Portion:

  • 3 Scheiben Blutwurst zum Braten
  • 30 g frische Zwiebeln in Streifen
  • 3 frische Äpfel in Scheiben
  • 100 g Kartoffeln, gekocht
  • 30 ml Milch
  • 30 ml Sahne
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Die Zwiebeln zuerst in Butter braten, Salz und nach Geschmack etwas Zucker dazugeben, zur Seite schieben. In der gleichen Pfanne, die in Spalten geschnittenen Äpfel anrösten. Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse drücken, Milch und Sahne aufkochen. Die Masse verrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Blutwurst in Scheiben schneiden, leicht mit Mehl bestäuben und knusprig braten. Das Kartoffelpüree auf einen Teller füllen und die Blutwurst (im kölschen Dialekt auch „Flönz“ genannt) drauflegen. Mit Zwiebeln und Äpfeln toppen.