Kartoffeln über Nacht stehen lassen: Der einfache Trick für mehr Gesundheit
Püree, Bratkartoffeln, Pommes oder doch lieber Reibekuchen? Kartoffeln zählen zu den vielseitigsten Gemüsesorten überhaupt. Sie sind nicht nur eine köstliche Beilage oder ein schmackhaftes Hauptgericht, sondern können mit der richtigen Zubereitung sogar besonders gesund sein. Ein bestimmter Trick, den viele nicht kennen, kann den Gesundheitswert von Kartoffeln deutlich steigern. Hier erfahren Sie, wie Sie Kartoffeln perfekt kochen, sowie wichtige Ratschläge für den Kartoffeleinkauf, die Aufbewahrung und die Haltbarkeit.
Warum sollten Kartoffeln über Nacht stehen bleiben?
Kartoffeln vom Vortag enthalten etwa zehn Prozent weniger verdauliche Stärke als frisch gekochte Exemplare. Wenn gekochte Kartoffeln abkühlen, wandelt sich ein Teil der enthaltenen Stärke in sogenannte resistente Stärke um. Diese wird vom Körper nicht direkt verdaut, wodurch sie weniger Kalorien liefert und ähnlich wie ein Ballaststoff wirkt. Dieser Effekt ist nicht nur vorteilhaft für den Blutzuckerspiegel, sondern auch für die Verdauung und bleibt sogar nach erneutem Erwärmen der Kartoffeln erhalten.
Im Dickdarm dient die resistente Stärke als Nahrung für nützliche Darmbakterien, wobei bestimmte Fettsäuren wie Butyrat entstehen. Diese fördern eine gesunde Darmflora, versorgen die Darmschleimhaut mit Energie und wirken zudem entzündungshemmend. Gleichzeitig sorgt die unverdauliche Stärke für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Wichtig ist allerdings, die Kartoffeln nach dem Abkühlen im Kühlschrank aufzubewahren, um die Bildung von Bakterien zu vermeiden.
So kochen Sie Kartoffeln richtig und einfach
Kartoffeln zu kochen ist ein einfacher und schneller Prozess. Hier finden Sie eine detaillierte Anleitung dafür.
Zutaten:
- Kartoffeln (je nach Bedarf)
- Wasser
- Salz
Anleitung:
- Kartoffeln vorbereiten: Kartoffeln gründlich unter fließendem Wasser waschen. Je nach Rezept können sie geschält oder ungeschält bleiben.
- Kartoffeln schneiden: Größere Kartoffeln können in kleinere Stücke geschnitten werden, um die Kochzeit zu verkürzen.
- Wasser aufsetzen: Einen Topf mit ausreichend Wasser füllen, sodass die Kartoffeln vollständig bedeckt sind.
- Salz hinzufügen: Pro Liter Wasser etwa einen Teelöffel Salz hinzufügen.
- Kartoffeln kochen: Die Kartoffeln ins kalte Wasser geben und den Herd auf mittlere bis hohe Hitze stellen. Sobald das Wasser kocht, die Hitze reduzieren und die Kartoffeln etwa 15 bis 25 Minuten köcheln lassen. Die genaue Kochzeit hängt von der Größe und Sorte der Kartoffeln ab.
- Achtung! Immer die Garstufe testen: Mit einer Gabel oder einem Messer in eine Kartoffel stechen. Wenn Sie leicht hineinstechen können, sind die Kartoffeln gar.
- Abgießen: Das Wasser vorsichtig abgießen und die Kartoffeln kurz abkühlen lassen.
Jetzt sind Ihre Kartoffeln fertig und können weiterverarbeitet oder direkt serviert werden. Guten Appetit!
Welche Kartoffelsorten eignen sich wofür?
Es gibt viele verschiedene Kartoffelsorten, die sich in Geschmack, Konsistenz und Verwendung unterscheiden. Hier sind die drei Hauptkategorien:
Festkochende Kartoffeln: Dazu gehören Sorten wie Annabelle, Sieglinde, Nicola und Charlotte. Diese Kartoffeln bleiben beim Kochen fest und haben eine glatte Textur. Sie eignen sich ideal für:
- Kartoffelsalat
- Bratkartoffeln
- Pellkartoffeln
- Kartoffelgratin
Vorwiegend festkochende Kartoffeln: Sorten wie Gala, Laura, Agria und Marabel sind vorwiegend festkochend. Sie sind etwas mehliger als festkochende, behalten aber noch ihre Form. Perfekt für:
- Salz- oder Pellkartoffeln
- Aufläufe
- Rösti
- Suppen und Eintöpfe
Mehligkochende Kartoffeln: Dazu zählen Sorten wie Adretta, Bintje, Lilly und Afra. Sie zerfallen nach dem Kochen leicht und haben eine lockere Konsistenz. Ideal für:
- Kartoffelpüree
- Knödel
- Suppen (zum Beispiel Erbsensuppe, Gemüseeintopf, Pot au Feu)
Für alle, die noch mehr Abwechslung auf dem Teller wünschen: Auf Märkten oder in speziellen Supermärkten finden sich besondere Sorten wie die alten Varietäten „La Bonnotte“, „Vitelotte“, „Mecklenburger Schecke“ oder „Bamberger Hörnchen“ als feine Beilage oder für Salate.
Warum sind Kartoffeln so gesund?
Kartoffeln enthalten zahlreiche essentielle Nährstoffe. Sie liefern komplexe Kohlenhydrate, die eine dauerhafte Energiequelle darstellen. Vor allem die Schale der Kartoffel ist reich an Ballaststoffen, die die Verdauung fördern, das Sättigungsgefühl erhöhen und die Darmgesundheit unterstützen.
Kartoffeln enthalten überraschend viel Vitamin C, das das Immunsystem stärkt, die Eisenaufnahme verbessert und antioxidative Eigenschaften besitzt. Zudem sind sie reich an Kalium, was wichtig für die Herzgesundheit ist. Das Eiweiß in Kartoffeln enthält viele essentielle Aminosäuren und kann vom Körper gut verwertet werden.
Wie werden Kartoffeln am besten gelagert?
Damit Kartoffeln möglichst lange haltbar bleiben, sollten sie richtig gelagert werden. Hier sind die wichtigsten Tipps:
- Die ideale Lagertemperatur liegt zwischen 4 und 10 °C.
- Kartoffeln sollten vor Licht geschützt werden, da sie sonst Chlorophyll und (giftiges) Solanin bilden, erkennbar an einer grünen Färbung.
- Kartoffeln gehören an einen trockenen Platz. Feuchtigkeit kann dazu führen, dass sie faulen oder schimmeln. Besser Papier- oder Stofftüten statt Plastik verwenden!
- Lagern Sie Kartoffeln nicht neben Äpfeln und Zwiebeln, da diese Ethylen-Gas abgeben, das den Reifungsprozess beschleunigt.
- Ein zusätzlicher Tipp: Haben Sie einen Vorrat angelegt, kontrollieren Sie gelegentlich, ob sich Keime bilden. Entfernen Sie diese sofort, um die Haltbarkeit zu verlängern.



