Keim-Alarm in der Küche: Diese übersehenen Stellen sind wahre Bakterienherde
Es ist der Ort, an dem wir täglich kochen, schneiden, spülen und essen – und ausgerechnet hier tummeln sich besonders viele Keime: in der eigenen Küche. Die Hygiene in den eigenen vier Wänden ist von entscheidender Bedeutung, doch gerade in der Küche sammeln sich oft mehr Keime und Bakterien als im Badezimmer. Hier werden Lebensmittel verarbeitet und täglich Mahlzeiten zubereitet, was gründliches Putzen unerlässlich macht. Trotzdem gibt es zahlreiche Stellen, die viele Menschen regelmäßig übersehen und die zu wahren Bakterienschleudern werden können.
Die Küchenspüle als Keim-Hotspot
Die Küchenspüle wird zwar häufig gewischt, doch meist mit einem Schwamm oder Lappen, in dem sich bereits etliche Keime und Bakterien angesammelt haben. Wer damit putzt, verteilt die Erreger im gesamten Spülbecken. Die hohe Feuchtigkeit sorgt dann für perfekte Bedingungen, damit sie sich weiter vermehren und ausbreiten können. Es ist daher ratsam, regelmäßig die Reinigungsutensilien zu wechseln oder zu desinfizieren.
Griffe von Küchengeräten werden oft vernachlässigt
Viele Menschen putzen den Kühlschrank regelmäßig von innen und außen, doch der Griff wird dabei oft vergessen. Ähnlich wie beim Griff der Klobürste sitzen hier besonders viele Bakterien. Das gilt auch für alle anderen Gerätegriffe in der Küche, wie beispielsweise an Herden, Mikrowellen oder Geschirrspülern. Es reicht aus, sie regelmäßig mit etwas Reinigungsmittel abzuwischen, um die Keimbelastung deutlich zu reduzieren.
Selbst in der Spülmaschine lauern gefährliche Keime
Viele glauben, in der Spülmaschine sei alles hygienisch sauber. Doch Untersuchungen zeigen, dass in 96 Prozent aller Spülmaschinen MRSA-Keime gefunden wurden. Das sind gefährliche Krankheitserreger, die unempfindlich gegenüber Antibiotika sind und schwere Infektionen verursachen können. Eine Reinigungsexpertin der Putzhilfenvermittlung Helpling empfiehlt: „Wischen Sie einmal im Monat das Innere der Maschine aus – vor allem in der Nähe der Gummidichtungen. Füllen Sie anschließend eine Tasse Essig in das Pulverfach und lassen Sie die Maschine auf höchster Stufe einen Leerlauf spülen.“
Geschirrtücher können zur Keimfalle werden
Laut einer Studie finden sich in vielen Haushalten in 89 Prozent der Geschirrtücher E. Coli-Bakterien. Diese können beim Menschen schwerwiegende Erkrankungen auslösen, wie Magen-Darm-Infektionen. Die Reinigungsexpertin rät: „Lassen Sie Ihr Geschirr bei geöffnetem Spüler eine Stunde trocknen. Wenn es schnell gehen soll und Sie trotzdem zum Handtuch greifen müssen, achten Sie darauf, dass Sie es alle drei Tage austauschen.“ Regelmäßiges Waschen bei hohen Temperaturen ist ebenfalls entscheidend.
Fehler im Umgang mit rohem Fleisch vermeiden
Utensilien, die mit rohem Fleisch in Kontakt waren, sollten beiseitegelegt werden. Sie dürfen nicht für Salate oder Desserts genutzt werden, um Kreuzkontaminationen zu verhindern. Auch die Hände werden oft vergessen, wenn Schneidebretter gereinigt werden. Generell gilt: Rohes Fleisch, rohe Eier und Rohmilch müssen ausreichend gegart werden. Diese Lebensmittel dürfen während der Verarbeitung nicht in direkten Kontakt mit anderen Speisen oder Utensilien kommen. Die Handhygiene darf dabei nicht vernachlässigt werden.
Welche Putzmittel sind für die Küche geeignet?
Meist kommen herkömmliche Reinigungssprays zum Einsatz. Nachhaltiger sind Hausmittel wie Essig, die effektiv gegen Keime wirken können. Wer chemische Mittel nutzt, darf sie auf keinen Fall mischen, da gefährliche Gase entstehen könnten. Wichtig ist außerdem, das Mittel einwirken zu lassen, bevor es gründlich mit Wasser abgespült wird. Doch nicht nur falsches Putzen ist ein Problem. Auf Nachfrage erklärte das Institut für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene: „Die Reinigung ist eigentlich relativ sekundär. Das heißt, der Hauptfehler ist, zu denken, dass die Reinigung das Entscheidende wäre.“ Entscheidend sei vor allem der richtige Umgang mit rohen Lebensmitteln und die Vermeidung von Kreuzkontaminationen.



