Studie: Natives Olivenöl stärkt Gehirnleistung bei übergewichtigen Senioren
Olivenöl stärkt Gehirn bei übergewichtigen Senioren

Natives Olivenöl als Gehirn-Booster für übergewichtige Senioren

Olivenöl kann mehr als nur Speisen verfeinern. Laut einer aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung hat insbesondere natives Olivenöl positive Auswirkungen auf Darm und Gehirn. Die Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Olivenölkonsum und kognitiver Leistungsfähigkeit bei übergewichtigen Personen im Alter von 55 Jahren oder älter.

Studiendesign und Teilnehmerprofil

Für die Forschungsarbeit wurden 656 Männer und Frauen im Alter zwischen 55 und 75 Jahren ausgewählt, wobei das Durchschnittsalter bei 65 Jahren lag. Etwa 48 Prozent der Teilnehmer waren weiblich. Alle Probanden litten unter Übergewicht oder Adipositas sowie am metabolischen Syndrom, wie FITBOOK berichtete.

Zu Beginn der Studie wurden Stuhlproben analysiert und die Ernährungsgewohnheiten detailliert erfasst. Darüber hinaus absolvierten die Teilnehmer sowohl zu Studienbeginn als auch nach zwei Jahren umfangreiche neurologische Tests, um Veränderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit zu messen.

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Optimale Tagesdosis: 50 Gramm natives Olivenöl

Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt: Das unterste Drittel konsumierte täglich etwa 30 Gramm Olivenöl, die mittlere Gruppe 50 Gramm und das oberste Drittel 58 Gramm. Auffällig war, dass die Gruppe mit rund 50 Gramm pro Tag die beste kognitive Grundleistung zeigte.

Diese Teilnehmer wiesen zudem ein geringeres Risiko für Depressionen, dauerhaft erhöhte Cholesterinwerte und Typ-2-Diabetes auf. Interessanterweise zeigten auch jene Probanden, die 58 Gramm oder mehr raffiniertes Öl zu sich nahmen, im Vergleich zur niedrigsten Verzehrgruppe moderate Verbesserungen bei allgemeiner kognitiver Funktion und Aufmerksamkeit, obwohl sie häufiger Raucher waren und öfter ein niedrigeres Bildungsniveau hatten.

Qualität entscheidet über Wirkung

Entscheidend war nicht nur die Menge, sondern vor allem die Qualität des Olivenöls. Die Forscher unterschieden zwischen kaltgepresstem nativem Olivenöl, Oliventresteröl und raffiniertem Olivenöl. Ein hoher Konsum von kaltgepresstem nativem Olivenöl war am stärksten mit guter geistiger Leistung verbunden.

Jede Steigerung der Gesamtaufnahme um zehn Gramm pro Tag ging mit besseren exekutiven Funktionen, mehr Aufmerksamkeit und höherer allgemeiner kognitiver Leistungsfähigkeit einher. Beim raffinierten Olivenöl zeigte sich dagegen ein gegenteiliger Effekt: Hier führte eine Erhöhung um zehn Gramm pro Tag zu einer Verschlechterung der exekutiven Funktionen, der Sprache sowie der allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit.

Positive Auswirkungen auf das Darmmikrobiom

Auch im Darm zeigten sich deutliche Unterschiede. Personen, die mehr natives Olivenöl konsumierten, wiesen eine vielfältigere Bakterienzusammensetzung auf. Ein höherer Verzehr von gewöhnlichem Olivenöl war dagegen mit geringerer Diversität und einem beschleunigten kognitiven Rückgang verbunden.

Besonders die Bakteriengattung Adlercreutzia könnte laut den Forschern im Zusammenhang mit höherem Verzehr von nativem Olivenöl und positiven Veränderungen der allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit stehen.

Einschränkungen der Studie

Die Wissenschaftler betonen jedoch, dass kein direkter Wirkmechanismus belegt wurde. Die Ergebnisse beruhen auf Beobachtungen und den Angaben der Teilnehmer zu ihren Essgewohnheiten. Zudem wurden ausschließlich Menschen über 55 Jahren mit Übergewicht, Adipositas oder metabolischem Syndrom untersucht, was die Übertragbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen einschränkt.

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