Pilzgetränke im Test: Löwenmähne und Cordyceps als neuer Energie-Booster aus dem Wald?
Pilzgetränke im Test: Energie-Booster aus dem Wald?

Pilzgetränke im Fokus: Können Löwenmähne und Cordyceps Kaffee ersetzen?

Mushroom-Drinks erobern als neuer Gesundheitstrend den Markt. Ohne Zucker, ohne Alkohol und ohne Koffein versprechen diese Pilzgetränke mehr Fokus, mehr Energie und gute Laune. Unsere Reporterin Julia de Boer hat sich auf die Suche nach der Wahrheit hinter den Versprechungen gemacht und verschiedene Produkte getestet.

Der Praxistest: Von teurem Gin bis zum Softgetränk

Julia de Boer investierte in ihren Test: Pilz-Gin für 30 Euro, speziellen Kaffeeersatz für 50 Euro und günstige Softgetränk-Varianten für 3 Euro. In diesen Getränken stecken bekannte Pilzsorten wie die Löwenmähne und Shitake, aber auch exotischere Varianten wie der Cordyceps. Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass diese Pilze verschiedene gesundheitliche Vorteile bieten können:

  • Stärkung des Immunsystems
  • Verbesserung der Verdauung
  • Regulierung des Nervensystems

„Das schmeckt wirklich gut, fast wie echter Kaffee“, stellt Julia nach ihrem ersten Probieren fest. „Aber ob ich meinen gewohnten Kaffee wirklich ersetzen kann und was diese Pilze mit meinem Körper machen, das möchte ich von einem Experten wissen.“

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Expertenmeinung: Was steckt wirklich in den Pilzgetränken?

Für fachliche Einschätzung traf sich Julia mit dem Ernährungsexperten Dr. Volker Manz. Er erklärt: „In diesen Pilzen finden wir wertvolle Polysaccharide wie Beta-Glucan, das man auch aus Haferflocken kennt und das den Blutzuckerspiegel senken kann. Besonders interessant ist der Cordyceps-Pilz, der die Sauerstoffaufnahmefähigkeit im Blut erhöht und die ATP-Produktion steigert – das ist unsere körpereigene Energiewährung.“

Jeder Pilz hat laut Dr. Manz seinen spezifischen Schwerpunkt, aber in der Kombination entfalten sie eine besonders gute Wirkungsweise. Der Experte betont jedoch auch: „Der Effekt ist zwar da, hält aber meist nur 20 bis 30 Minuten an. Diese Getränke sind nicht für Kinder, Schwangere geeignet und sollten beim Autofahren vermieden werden.“

Geschmackstest in Köln: Von „Hustensaft“ bis „Mexikaner“

Wie schmecken diese ungewöhnlichen Getränke? Eine Straßenumfrage in Köln brachte überraschende Ergebnisse:

  • „Schmeckt gar nichts“
  • „Sauer, bitter“
  • „Erinnert an Hustensaft aus der Kindheit“
  • „Ein bisschen wie Mexikaner, leicht scharf“
  • „Als ob Ingwer drin ist“

Die Meinungen gehen deutlich auseinander, aber einige Testpersonen fanden die Getränke durchaus genießbar und nahmen sogar weitere Probierportionen mit.

Der wissenschaftliche Check: Reaktionstest mit Pilz-Gin

Um die versprochene Wirkung objektiv zu überprüfen, absolvierte Julia einen Reaktionstest. Ohne Pilz-Gin erreichte sie eine Reaktionszeit von 393 Millisekunden. Nach dem Konsum des Pilz-Gins zeigte sich in den Messwerten keine Verbesserung – sie war nicht schneller als zuvor.

Dennoch berichtete Julia von einem subjektiven Effekt: „Ich fühle mich tatsächlich irgendwie motivierter. Ob man es mir ansieht, weiß ich nicht, aber ich fühle mich gerade ziemlich energiegeladen.“

Fazit: Teuer, aber mit Potenzial

Die Pilzgetränke sind zwar nicht gerade preiswert, bieten aber interessante geschmackliche Alternativen. Während der Kaffeeersatz erst nach einigen Wochen regelmäßigen Konsums seine volle Wirkung entfalten soll, verspricht der Pilz-Gin einen sofortigen Effekt – wenn auch nur von kurzer Dauer.

Obwohl die wissenschaftliche Evidenz für sofortige Leistungssteigerungen begrenzt bleibt, könnten diese Getränke für manche Menschen eine gesunde Alternative für zwischendurch darstellen. Der Geschmack überrascht positiv, und die enthaltenen Wirkstoffe bieten nachweislich gesundheitliche Vorteile.

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