Quecksilber in Fisch: Welche Sorten Schwangere und Stillende meiden sollten
Quecksilber in Fisch: Risiken für Schwangere und Stillende

Quecksilber in Fisch: Welche Sorten Schwangere und Stillende meiden sollten

Fisch gilt als wertvoller Lieferant von Nährstoffen, doch für Schwangere und stillende Mütter birgt der Verzehr bestimmter Arten erhebliche Risiken. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt eindringlich vor der Aufnahme von Methylquecksilber, einer Schwermetallverbindung, die über die Plazenta oder Muttermilch in den Körper des Kindes gelangen kann.

Neurotoxische Wirkung auf das ungeborene Kind

Methylquecksilber wirkt neurotoxisch und kann die Entwicklung des kindlichen Nervensystems nachhaltig stören. Die Verbindung reichert sich im Körper an und wird auch über die Muttermilch abgegeben, weshalb das BfR sowohl Schwangeren als auch Stillenden zum Verzicht auf belastete Fischsorten rät. Eine Infektion mit Listerien durch rohen oder geräucherten Fisch kann zudem Fehl- und Frühgeburten verursachen.

Wie gelangt Quecksilber in den Fisch?

Das Schwermetall Quecksilber wird durch natürliche Prozesse wie Vulkanausbrüche oder menschliche Aktivitäten wie Kohleverbrennung freigesetzt und gelangt in Meere und Binnengewässer. Dort wandeln Bakterien es in Methylquecksilber um, das von Plankton und anschließend von Fischen aufgenommen wird. Durch die Nahrungskette reichert sich die Verbindung in größeren Raubfischen an, die am Ende dieser Kette stehen.

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Kritische Fischarten im Überblick

Die Belastung mit Methylquecksilber hängt von Art, Größe, Alter und Position in der Nahrungskette ab. Besonders hohe Gehalte finden sich in großen, älteren Raubfischen. Das Bundesumweltministerium listet folgende Arten, auf die Schwangere und Stillende verzichten sollten:

  • Dornhai (auch als Schillerlocke oder Seeaal bekannt) und andere Haie
  • Buttermakrele, Schlangenmakrele, Ölfisch
  • Aal
  • Gestreckter Seewolf
  • Schwertfisch
  • Weißer Heilbutt, schwarzer Heilbutt
  • Hecht
  • Seeteufel
  • Thunfisch
  • Rotbarsch

Sichere Alternativen für eine ausgewogene Ernährung

Laut der Verbraucherzentrale sind schnellwüchsige Fischarten, die weiter unten in der Nahrungskette stehen, in der Regel gering belastet. Dazu zählen Scholle, Kabeljau und Seelachs. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu verzehren, da fette Seefische wie Lachs wertvolle Omega-3-Fettsäuren für die Herzgesundheit liefern.

Kein Grund zur Sorge für Nicht-Schwangere

Für die meisten Menschen, die nicht schwanger sind oder stillen, besteht bei üblichen Verzehrgewohnheiten kein erhöhtes Gesundheitsrisiko durch Methylquecksilber. Das BfR betont, dass der Verzicht auf Fisch in diesen Fällen nicht notwendig ist, solange eine ausgewogene Ernährung gewährleistet bleibt.

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