Die niedersächsische Ernährungsministerin Miriam Staudte (Grüne) hat sich erneut für eine Abgabe auf zuckerhaltige Getränke in Deutschland ausgesprochen. „Seit Jahren sehen wir, dass die freiwillige Selbstverpflichtung und Zusagen der Industrie, den durchschnittlichen Zuckergehalt zum Beispiel in Softgetränken zu senken, ins Leere laufen“, kritisierte die Politikerin. Sie betonte: „Eine politische Entscheidung zu Gunsten der Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen ist überfällig und gesellschaftlich gewollt.“ Ihr Fazit: „Endlich tut sich etwas auf Bundesebene!“
Erfolge in anderen Ländern
Staudte wies darauf hin, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Sondersteuer von mindestens 20 Prozent auf zuckerhaltige Getränke empfehle, um den Zuckerkonsum zu reduzieren und gesundheitsschädlichen Folgen entgegenzuwirken. Mehr als hundert Länder hätten bereits verschiedene Arten der Zuckersteuer eingeführt. In Großbritannien beispielsweise gebe es seit 2018 eine Herstellerabgabe auf Softdrinks. „Dort zeigen sich bereits eine Reihe an Erfolgen: Der Zuckergehalt von Limonaden hat stark abgenommen und der Anteil übergewichtiger Kinder sinkt“, so die Ministerin.
Zunehmende Adipositas in Deutschland
In Deutschland gebe es immer mehr adipöse Menschen, sagte Staudte. Vor allem Kindern und Jugendlichen falle es schwer, die Folgen des eigenen Konsumverhaltens für ihre Gesundheit einzuschätzen. Die Bundesregierung plant, ab 2028 eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke wie Limonaden und Colas einzuführen. Die Mehreinnahmen von jährlich rund 450 Millionen Euro sollen den gesetzlichen Krankenkassen zugutekommen.
Langjährige Forderungen von Ärzten und Verbraucherschützern
Ärzte und Verbraucherschützer fordern seit langem eine Zuckersteuer, um Probleme wie Übergewicht und Diabetes zu bekämpfen. Staudte unterstrich die Dringlichkeit: „Wir müssen handeln, um die Gesundheit unserer Bevölkerung zu schützen.“ Die Abgabe sei ein wichtiger Schritt, um den Zuckerkonsum zu senken und langfristig die Gesundheitskosten zu reduzieren.



