Bayern bleibt fast vollständig FSME-Risikogebiet
Nach einer aktuellen Risikokarte des Robert Koch-Instituts (RKI) bleibt fast das gesamte Bundesland Bayern als Gebiet mit erhöhtem Risiko für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) eingestuft. Diese Einschätzung wurde vom bayerischen Gesundheitsministerium bestätigt und zeigt eine nahezu flächendeckende Gefährdungslage. Als einzige Ausnahme von dieser allgemeinen Risikobewertung gilt die Stadt Schweinfurt in Unterfranken, die nicht als FSME-Risikogebiet klassifiziert ist.
Zweithöchste Erkrankungszahlen seit Meldepflicht-Einführung
Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) wies auf die ernste Bedrohung durch das FSME-Virus hin, das schwere Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten verursachen kann. Im vergangenen Jahr wurden in Bayern 282 FSME-Erkrankungen gemeldet, was zwar etwas weniger als im Vorjahr mit 312 Fällen ist, aber dennoch den zweithöchsten Wert seit Einführung der Meldepflicht darstellt. Diese alarmierenden Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit eines vollständigen Impfschutzes für alle gefährdeten Personen.
Besorgniserregend niedrige Impfquoten in Bayern
Die Ständige Impfkommission empfiehlt FSME-Impfungen für alle Menschen, die in Bayern leben oder dort Urlaub machen. Für einen vollständigen Schutz sind drei Impfungen notwendig, doch die aktuellen Impfquoten geben Anlass zur Sorge. Gesundheitsministerin Gerlach erklärte, dass die Impfquoten in Bayern insgesamt noch deutlich zu niedrig seien. Nur etwa ein Fünftel der erwachsenen Bevölkerung ist vollständig geimpft, während bei Grundschulkindern im Rahmen der Einschulungsuntersuchung zum Schuljahr 2023/24 lediglich etwa 40 Prozent einen vollständigen Impfschutz aufwiesen.
FSME-Verbreitung in Deutschland
Laut Angaben des Robert Koch-Instituts konzentrieren sich die FSME-Risikogebiete in Deutschland vor allem auf Bayern und Baden-Württemberg, erstrecken sich aber auch auf Südhessen, das südöstliche Thüringen, Sachsen, das südöstliche Brandenburg und das östliche Sachsen-Anhalt. Zusätzlich existieren einzelne Risikogebiete in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen. Diese regionale Verteilung zeigt, dass die Gefahr durch zeckenübertragene FSME-Infektionen in weiten Teilen Deutschlands präsent ist.
Unterschied zu Borreliose und Schutzmaßnahmen
Neben FSME können Zecken auch Borreliose übertragen, eine bakterielle Infektion, die praktisch überall dort vorkommt, wo Zecken verbreitet sind. Im Gegensatz zu FSME gibt es gegen Borreliose keine Impfung, aber die Erkrankung kann mit Antibiotika gut behandelt werden. Erstes Symptom ist oft eine sich ausbreitende Rötung um die Einstichstelle, später können Nerven, Gelenke und Herz betroffen sein. Im vergangenen Jahr wurden in Bayern etwa 5.500 Borreliose-Fälle gemeldet, deutlich mehr als 2024 mit knapp 4.100 Fällen.
Ein wichtiger Schutz gegen beide Infektionen ist das gründliche Absuchen des Körpers nach Aufenthalten im Freien und das schnelle Entfernen von Zecken. Je länger eine Zecke saugt, desto höher ist das Übertragungsrisiko für Infektionen. Diese einfachen Vorsichtsmaßnahmen können zusammen mit einer FSME-Impfung das Risiko schwerer gesundheitlicher Folgen deutlich reduzieren.



