Brigitte Macron: „Ich war manchmal trauriger als je zuvor“
Brigitte Macron: Trauriger als je zuvor

Paris – Harte und schmerzhafte Worte aus dem Herzen der Macht: Frankreichs First Lady Brigitte Macron (73) hat in einem Interview tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt gewährt. Die fast zehn Jahre an der Seite von Präsident Emmanuel Macron (48) und das ständige Blitzlichtgewitter der Öffentlichkeit haben deutliche Spuren hinterlassen.

Ein Tagebuch als Seelentröster

Im Gespräch mit der französischen Tageszeitung „La Tribune Dimanche“ berichtete Brigitte Macron, dass sie ein Tagebuch führt, dessen Inhalt nicht einmal ihr Ehemann kennt. In diesem Buch habe sie die Emotionen der vergangenen Jahre niedergeschrieben. Der Alltag im Élysée-Palast sei oft weit entfernt von Glamour gewesen. „Ich war manchmal trauriger als je zuvor“, gestand die Mutter dreier erwachsener Kinder. „Früher hatte ich ein normales Leben, Kinder, einen Job, Höhen und Tiefen, wie alle anderen auch. Hier sind diese zehn Jahre so schnell vergangen. Sie waren so intensiv.“ Mit bitterem Unterton fügte sie hinzu: „Ich habe die Dunkelheit der Welt gesehen, die Dummheit, die Boshaftigkeit.“

Anfeindungen und Verschwörungstheorien

Ein wesentlicher Grund für diese schwierige Bilanz ist das Dauerfeuer an Gerüchten, persönlichen Angriffen und Verschwörungstheorien, dem Brigitte Macron ausgesetzt war. Immer wieder wurde sie Ziel perfider Spekulationen. Besonders beleidigend waren Behauptungen über ihr Geschlecht. Die US-Influencerin Candace Owens (36) verbreitete das Gerücht, Brigitte Macron sei in Wahrheit ein Mann. Die First Lady klagte gegen die Amerikanerin, ein Verleumdungsprozess läuft noch.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Im Netz kursierten bearbeitete Bilder oder Aufnahmen aus ungünstigen Winkeln, die beweisen sollten, dass Brigitte Macron als Junge geboren worden sei. Das Cybermobbing gegen sie nahm stetig zu, und sie litt schwer darunter. Zudem gab es Aufnahmen, die angeblich einen Streit des Ehepaars Macron im Flugzeug zeigen sollten. Sogar US-Präsident Donald Trump (79) äußerte sich abfällig über die französische First Lady. Die 73-Jährige zeigte sich tief getroffen: „Manchmal fällt es mir schwer, den blauen Himmel zu sehen. Ich habe Momente des Pessimismus, die ich früher nicht hatte.“

Justiz greift durch

Immerhin: Die französische Justiz schreitet inzwischen entschlossen ein. Im Januar wurden in Paris mehrere Cybermobber verurteilt – unter anderem wegen Beleidigungen aufgrund des Altersunterschieds zu ihrem Mann und wegen der Verbreitung von Gerüchten über ihr Geschlecht. Die Konsequenz waren Haftstrafen.

Blick in die Zukunft

Im kommenden Jahr stehen in Frankreich Wahlen an. Dann scheidet Emmanuel Macron aus dem Amt, und mit ihm verlässt auch seine Frau die erste Reihe der Öffentlichkeit. Nach diesem Interview dürfte klar sein: Sie wird dem Élysée-Palast keine Träne nachweinen. Die Jahre im Palast haben sie geprägt – aber auch verletzt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration