Bundestags-Mitarbeiter fehlen überdurchschnittlich oft: Bundesrat führt Ranking an
Bundestags-Mitarbeiter fehlen überdurchschnittlich oft

Historisch hohe Fehlzeiten: Bundesbehörden kämpfen mit überdurchschnittlichen Krankenständen

Die Zahl der Krankentage von Beschäftigten in Deutschland hat einen historischen Höchststand erreicht. Besonders betroffen sind wichtige Bundesbehörden, wo Mitarbeiter teils deutlich häufiger fehlen als im bundesweiten Durchschnitt. Laut einem Bericht von Politico verzeichneten die obersten Bundesbehörden – darunter Ministerien und Bundesgerichte – im Jahr 2024 durchschnittlich 15,2 Fehltage wegen Krankheit. In den nachgelagerten Behörden waren es sogar 21,1 Tage. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 lagen diese Zahlen noch bei durchschnittlich 13,3 beziehungsweise 18,6 Tagen.

Bundesrat und Bundestag an der Spitze der kränksten Behörden

Mit durchschnittlich 25,2 Fehltagen pro Mitarbeiter führt der Bundesrat das Ranking der kränksten Behörden Deutschlands an. Dicht gefolgt vom Bundestag mit 22,3 Tagen. Auch in anderen Ministerien sind die Werte überdurchschnittlich hoch:

  • Im Innenministerium fehlten Mitarbeiter durchschnittlich 17,8 Tage
  • Im Verteidigungsministerium waren es 15,9 Tage
  • Im Finanzministerium lag der Wert bei 14 Tagen

Eine Ausnahme bildet das Bundesumweltministerium mit nur 7,4 Fehltagen – deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 14,8 Krankentagen.

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Regierung prüft telefonische Krankschreibung

Die hohen Krankenstände sind der Bundesregierung schon länger ein Dorn im Auge. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat deshalb eine Überprüfung der telefonischen Krankschreibung angekündigt. Bislang können Ärzte Bestandspatienten bis zu fünf Tage auf diesem Wege krankschreiben.

„Im internationalen Vergleich ist der Krankenstand in Deutschland hoch“, erklärte Ministerin Warken dem Tagesspiegel. „Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die niedrigschwellige Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung missbräuchlich ausgenutzt werden kann.“

Widerspruch kommt vom Koalitionspartner SPD. Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese verteidigte die telefonische Krankschreibung gegenüber BILD als „absolut sinnvoll“. Richtig sei es, „wie im Koalitionsvertrag vereinbart“, gegen missbräuchliche Online-Krankschreibungen vorzugehen.

Die Diskussion um angemessene Regelungen für Krankschreibungen dürfte angesichts der alarmierenden Zahlen aus den Bundesbehörden weiter an Fahrt gewinnen. Die Entwicklung der Krankentage wird sowohl für die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung als auch für die Gesundheitspolitik von zentraler Bedeutung bleiben.

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