Schleswig-Holstein startet Bundesratsinitiative für Energy-Drink-Verbot
Der schleswig-holsteinische Landtag hat heute eine wegweisende Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) setzt sich mit Nachdruck für ein bundesweites Verbot des Verkaufs von Energy Drinks an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ein. Parallel dazu soll auch Werbung, die sich gezielt an diese Altersgruppe richtet, untersagt werden.
Gesundheitsrisiken als zentrale Begründung
In der Initiative wird deutlich auf die gesundheitlichen Gefahren hingewiesen, die von den aufputschenden Getränken ausgehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt eindringlich davor, dass Jugendliche bereits mit dem Konsum einer einzigen handelsüblichen Dose die empfohlene maximale Tagesdosis an Koffein überschreiten können. Die möglichen Folgen sind besorgniserregend und reichen von Herzrasen und Blutdruckanstieg über Nervosität bis hin zu weiteren kardiovaskulären Auffälligkeiten.
Besonders riskant wird der Konsum in Kombination mit Alkohol oder bei intensiver körperlicher Belastung eingeschätzt. Verbraucherschutzministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) betont gegenüber Medien: „Energy-Drinks sind kein harmloses Trendgetränk, sondern ein Gesundheitsrisiko aus der Dose.“
Internationale Vorbilder und nationale Forderungen
Die schleswig-holsteinische Initiative orientiert sich an bereits bestehenden Regelungen in anderen Ländern:
- Norwegen hat seit dem 1. Januar ein Verbot für unter 16-Jährige eingeführt
- In mehreren osteuropäischen Staaten wie Litauen und Polen gelten sogar Verkaufsverbote bis zum 18. Lebensjahr
- England hat für den Herbst ein ähnliches Verbot angekündigt
In Deutschland fordern Verbraucherzentralen seit Langem ein Verkaufsverbot für alle Erfrischungsgetränke mit einem Koffeingehalt über 15 Milligramm pro 100 Milliliter. Zum Vergleich: Der beliebte Red Bull Energy Drink enthält 32 Milligramm Koffein pro 100 Milliliter – mehr als das Doppelte des von Verbraucherschützern als unbedenklich eingestuften Wertes.
Günthers klare Position und weitere Pläne
Ministerpräsident Günther zeigt sich unnachgiebig in dieser Frage: „Beim Kinder- und Jugendschutz mache ich keine Kompromisse.“ Er kündigte an, den Landtagsbeschluss Ende März zusammen mit der Forderung nach einer Zuckersteuer in den Bundesrat einzubringen. Damit verbindet er zwei zentrale gesundheitspolitische Anliegen.
Die Verbraucherzentralen weisen zusätzlich auf ein weiteres Problem hin: Die extreme Süße der Getränke überdeckt den bitteren Geschmack des Koffeins, was zu einem erhöhten Konsum führen kann. „Meist bleibt es nicht bei einer Dose Energy-Drink“, warnen die Experten.
Mit dieser Initiative positioniert sich Schleswig-Holstein als Vorreiter im Jugendschutz und setzt ein deutliches Signal für eine strengere Regulierung von koffeinhaltigen Trendgetränken. Die Debatte über den angemessenen Schutz von Kindern und Jugendlichen vor gesundheitlichen Risiken durch Energy Drinks erhält damit neuen Schwung auf Bundesebene.



