Israelische Krankenhäuser rüsten Tiefgaragen für Kriegsfall mit Iran um
Israelische Krankenhäuser rüsten Tiefgaragen für Krieg um

Israelische Krankenhäuser verwandeln Tiefgaragen in unterirdische Notfallkliniken

Im Nordosten von Tel Aviv bereitet sich das Assuta-Krankenhaus intensiv auf einen möglichen Krieg mit dem Iran vor. Die stellvertretende Klinikleiterin Inbar Segol Shapira führt durch die riesige Tiefgarage, die innerhalb weniger Stunden in ein voll funktionsfähiges Krankenhaus umgerüstet werden kann. „Die größte Herausforderung waren die Toiletten“, erklärt Shapira gegenüber BILD. Drei Etagen unter der Erde, geschützt vor Raketenangriffen, sollen hier im Ernstfall Hunderte oder Tausende Personen versorgt werden.

Technische Umrüstung für den Ernstfall

Überall an Wänden und Decken sind Rohre und Leitungen zu sehen, die nicht in eine normale Tiefgarage gehören: Wasserrohre, Sauerstoffdüsen und Abwasseranlagen. Aktuell parken hier noch Autos, doch im Kriegsfall würde innerhalb weniger Stunden ein komplettes Krankenhaus mit 200 Betten, 18 Operationssälen, Laboren und Diagnostikbereichen entstehen. „Wenn der Krieg beginnt, geht alles ganz schnell“, verspricht Shapira.

Diese Vorbereitungen sind Teil einer umfassenden Strategie des israelischen Gesundheitswesens. Moshe Bar Siman Tov, Generaldirektor im Gesundheitsministerium, betont: „Wir erhöhen die Bereitschaft, ohne den Alarmzustand zu erhöhen.“ Das Konzept unterirdischer medizinischer Einrichtungen wurde bereits 2025 im Rambam Medical Center in Haifa getestet, wo ein bis zu 2000 Betten fassendes Schutz- und Notfallzentrum realisiert wurde.

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Milliardeninvestitionen in die Gesundheitssicherheit

Der finanzielle Aufwand ist gewaltig. Krankenhäuser müssen Milliardenbeträge in Schutzmaßnahmen investieren. Am Soroka Medical Center soll ein Neubau den geschützten Krankenhausanteil von 23 auf 70 Prozent erhöhen – mit Kosten von knapp dreihundert Millionen Euro. Die Notwendigkeit zeigte sich während des 12-Tage-Krieges 2025, als das Krankenhaus von einer iranischen Rakete getroffen wurde.

Die öffentliche Gesundheitsversorgung nimmt besonders chronisch Kranke und Menschen mit besonderen Bedürfnissen in den Blick. Israelische Gesundheitsfonds haben Patientenlisten erstellt, die auf elektrische Geräte wie Beatmungsgeräte angewiesen sind, und stellen mobile Generatoren bereit, die Strom für bis zu 72 Stunden liefern können.

Gesundheit als zweite Front im Krieg

Laut dem „State of the Nation Report 2024“ wurden innerhalb eines Jahres nach dem 7. Oktober mehr als 70.000 Menschen als Opfer feindlicher Angriffe anerkannt. Das Verteidigungsministerium meldet, dass seit Kriegsbeginn über 20.000 Soldaten medizinisch behandelt werden mussten. Die Regierung stellte knapp 400 Millionen Euro für psychische Versorgung bereit und engagierte Hunderte zusätzliche Therapeuten.

Gesundheitssicherheit entwickelt sich zur zweiten Front, die über die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft im Krieg entscheidet. Dr. Shapira vom Assuta-Krankenhaus resümiert: „Natürlich hoffen wir noch, dass es vielleicht keinen Krieg geben wird. Aber wenn doch, dann sind wir hier unten sicher. Keine iranische Rakete kann uns so etwas anhaben.“

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