Karl Lauterbach als heißer Kandidat für WHO-Spitzenamt
Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (62, SPD) könnte auf die internationale politische Bühne zurückkehren. Nachdem ihm der Vorsitz im Forschungsausschuss des Bundestages offenbar nicht genügt, wird der SPD-Politiker nun als potenzieller Nachfolger von WHO-Generaldirektor Tedros Ghebreyesus gehandelt. Bei der „Cinema for Peace Gala“ im Berliner Hotel Adlon zeigte sich Lauterbach zuversichtlich und nahm den amtierenden WHO-Chef freundschaftlich in den Arm.
Attraktive Vergütung und umfangreiche Leistungen
Sollte die Berufung gelingen, winkt Lauterbach ein äußerst attraktives Gehaltspaket. Das Grundgehalt des WHO-Generaldirektors beläuft sich auf 298.000 US-Dollar, was etwa 252.000 Euro entspricht. Zusätzlich erhält der Amtsinhaber umfassende Leistungen zur Altersversorgung sowie Bildungsbeihilfen für Kinder von bis zu 33.000 US-Dollar pro Kind. Eine jährliche Repräsentationspauschale in Höhe von rund 21.000 US-Dollar deckt dabei Ausgaben für Bewirtungen, Kleidung und Blumenarrangements ab.
Herausforderungen und politische Unterstützung
Mögliches Hindernis für eine Kandidatur Lauterbachs könnte seine umstrittene Corona-Politik sein. Als Gesundheitsminister verfolgte er einen restriktiven Kurs mit zahlreichen Verboten und zeigte sich bei Lockerungen besonders zurückhaltend. Die langandauernden Schulschließungen bezeichnete er später selbst als Fehler. Da Pandemiebekämpfung zu den Kernaufgaben der WHO zählt, könnte diese Vergangenheit kritisch hinterfragt werden.
Unterstützung erhält Lauterbach jedoch aus den eigenen Reihen. Sein Parteikollege Serdar Yüksel (52, SPD) betonte gegenüber der schweizerischen „NZZ“ die Bedeutung eines verstärkten deutschen Engagements in der WHO, insbesondere angesichts des Rückzugs der Vereinigten Staaten. Die Weltgesundheitsorganisation mit Hauptsitz in Genf verfügt über ein Budget von etwa fünf Milliarden Euro und beschäftigt weltweit rund 8000 Mitarbeiter in 150 Regionalbüros.
Deutschlands Rolle in der globalen Gesundheitspolitik
Deutschland hat in den Jahren 2024 und 2025 mehr als 270 Millionen Euro an Beiträgen an die WHO geleistet und positioniert sich damit als wichtiger Akteur in der internationalen Gesundheitspolitik. Die Wahl eines neuen Generaldirektors steht für Mai 2027 an, wobei der Amtsinhaber Tedros Ghebreyesus nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren kann.
Lauterbach selbst wollte sich auf Anfrage der BILD-Zeitung nicht zu den Personalgerüchten äußern. Die Spekulationen über seine mögliche Berufung zeigen jedoch, dass der erfahrene Gesundheitspolitiker auch nach seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung als international anerkannte Fachkraft gilt.



