Sachsen-Anhalt startet zweite Runde der Landzahnarztquote gegen Versorgungslücke
In den ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts spitzt sich der Mangel an Zahnärztinnen und Zahnärzten weiter zu. Das Land reagiert darauf mit einer erneuten Bewerbungsrunde für sein spezielles Förderprogramm, das angehenden Medizinern den Zugang zum Studium auch ohne herausragende Abiturnoten ermöglicht.
Bewerbungsstart am 1. März für Wintersemester 2026/27
Wie das Gesundheitsministerium und die Kassenärztliche Vereinigung in Magdeburg mitteilten, beginnt am 1. März die nächste Bewerbungsphase. Vier Studienplätze stehen zur Verfügung, deren Inhaber sich verpflichten müssen, nach Abschluss ihrer Ausbildung als Vertragszahnärzte in den unterversorgten ländlichen Gebieten Sachsen-Anhalts tätig zu werden.
Studienstart für die erfolgreichen Bewerber ist im Wintersemester 2026/27 an der traditionsreichen Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Bereits im vergangenen Oktober hatten die ersten vier Studierenden von diesem besonderen Zugangsweg profitiert und ihr Zahnmedizinstudium aufgenommen.
Abiturnote nicht im Vordergrund
Das Auswahlverfahren legt besonderen Wert auf praktische Eignung und Motivation statt auf schulische Spitzennoten. Bei der Bewertung der Kandidaten spielen einschlägige berufliche Vorerfahrungen, fachspezifische Kompetenzen sowie die persönliche Motivation für das Studium und die spätere Tätigkeit in Sachsen-Anhalt die entscheidende Rolle.
Die Abiturnote steht ausdrücklich nicht im Vordergrund, betonen die Verantwortlichen. Das gesamte Auswahlverfahren wird von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt durchgeführt, die dabei eng mit dem Gesundheitsministerium zusammenarbeitet.
Lösungsansatz für strukturelles Problem
Mit diesem Programm reagiert Sachsen-Anhalt auf ein strukturelles Problem: Während in städtischen Zentren die zahnärztliche Versorgung meist gut ist, fehlen in vielen ländlichen Gemeinden Fachärzte. Die Landzahnarztquote soll sicherstellen, dass auch Bewohner abgelegener Regionen wohnortnah eine qualitativ hochwertige zahnmedizinische Behandlung erhalten können.
Die Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Sicherung der medizinischen Grundversorgung in allen Teilen des Bundeslandes. Experten sehen in solchen gezielten Förderprogrammen einen wichtigen Baustein, um dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen entgegenzuwirken.



