Die unterschätzte Gefahr: Sechs stille Killer im menschlichen Körper
Herz-Kreislauf-Störungen gehören zu den sechs gefährlichen "stillen Killern" im Körper, die durch chronische Entzündungsprozesse begünstigt werden. Der Longevity-Experte Prof. Dr. med. Thomas Kälicke klärt darüber auf, wie wir Einfluss auf diesen ungünstigen Vorgang nehmen können, der als Inflammaging bezeichnet wird.
Was sind die stillen Killer?
Prof. Dr. Kälicke, Chefarzt und Autor des Buches "LNGVTY", bezeichnet damit sechs mit der Alterung verbundene körperliche Prozesse und Erkrankungen, die oft unbemerkt fortschreiten. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Strategie sind sie beeinflussbarer, als viele Menschen denken.
Chronische, niedriggradige Entzündungen lodern über Jahrzehnte so leise vor sich hin, dass wir sie kaum wahrnehmen. Dennoch spielen sie eine entscheidende Rolle beim Alterungsprozess. Dieser Vorgang, bekannt als Inflammaging, triggert langfristig sechs zentrale Krankheits- und Abbauprozesse.
Die sechs gefährlichen Prozesse
- Stoffwechselstörungen
- Herz-Kreislauf-Störungen
- Krebs
- Demenz
- Knochen-, Knorpel- und Muskelabbau
- Mikrobiom-Störungen
Die entscheidende Rolle von Botenstoffen
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Verhältnis von zwei Botenstoff-Gruppen:
Myokine: Diese entzündungshemmenden Stoffe stammen aus der Muskulatur und wirken positiv auf den Körper.
Adipokine: Diese entzündungsfördernden Stoffe kommen aus weißem Fettgewebe, besonders aus viszeralem Fett im Bauchraum, und wirken sich negativ aus.
Der 7-Punkte-Plan gegen die stillen Killer
Wie können wir die sechs stillen Killer möglichst lange in Schach halten und damit massiv Einfluss auf unsere vitale Lebensspanne nehmen? Prof. Dr. Kälicke empfiehlt einen umfassenden Ansatz:
- Regelmäßiges Krafttraining: Dies ist der wichtigste Reiz für die Produktion von Myokinen und schützt gleichzeitig vor Muskelabbau.
- Ausdauertraining mit intensiven Anteilen: Reduziert viszerales Fett und aktiviert zusätzliche Myokine.
- Ausreichend Protein und ausgewogene Ernährung: Unterstützen den Muskelaufbau und begrenzen die Bildung von Fettdepots.
- Viel Alltagsbewegung: Dämpft Entzündungsprozesse, während langes Sitzen gegenteilig wirkt.
- Gezielte Kältereize: Können braunes Fett aktivieren, das Entzündungen dämpft.
- Genug Schlaf und Stressreduktion: Verhindern hormonelle Prozesse, die Entzündungen und Muskelabbau fördern.
- Viszerales Fett gering halten: Weniger Bauchfett bedeutet weniger entzündungsfördernde Adipokine.
Die Kernidee des Experten
Die zentrale Strategie lautet: Möglichst aktive Muskulatur aufbauen und erhalten – und gleichzeitig entzündungsförderndes Bauchfett reduzieren. Dieser doppelte Ansatz kann laut Prof. Dr. Kälicke entscheidend dazu beitragen, die gefährlichen stillen Killer im Körper zu kontrollieren und die gesunde Lebensspanne zu verlängern.
Die chronischen Entzündungsprozesse, die oft jahrzehntelang unbemerkt bleiben, stellen eine unterschätzte Gesundheitsgefahr dar. Durch bewusste Lebensstiländerungen und gezielte Maßnahmen kann jedoch jeder Einzelne positiv auf diese Prozesse einwirken und so langfristig seine Gesundheit schützen.



