Herz-Kreislauf-Erkrankung bei Dieter Reiter: SPD-Politiker kritisiert Stadtrat scharf
Dieter Reiter schwer erkrankt: SPD kritisiert Münchner Stadtrat

Dieter Reiter mit schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankung: SPD-Politiker kritisiert Münchner Stadtrat scharf

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kämpft nach eigenen Angaben mit einer ernsthaften Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems. Der 67-jährige Politiker gab bekannt, dass er in den vergangenen Wochen und Monaten körperliche Warnsignale ignoriert und Erkrankungen nicht ausreichend auskuriert habe. Unmittelbar nach seiner Wahlniederlage in der Stichwahl am Sonntag begab er sich in medizinische Behandlung.

"Das Ergebnis ist nun eine doch ernsthaftere Erkrankung am Herz-Kreislauf-System, die mich neben medikamentöser Behandlung zu längerfristiger Ruhe und Erholung zwingt", ließ Reiter über die Stadt München mitteilen. Der abgewählte Oberbürgermeister hatte auf der SPD-Wahlparty nur kurz sein Karriereende angekündigt und ist seitdem krankgeschrieben.

Designierter Nachfolger übernimmt vorzeitig Amtsgeschäfte

Der designierte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) übernahm daraufhin bereits Wochen vor seinem offiziellen Amtsantritt am 1. Mai die Amtsgeschäfte. Bei der ersten Stadtratssitzung unter Krauses Leitung am Mittwochmorgen (24. März) vertrat er erstmals offiziell den erkrankten Vorgänger.

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Doch genau diese Sitzung sorgte für erheblichen Unmut bei Reiters Parteikollegen Roland Hefter. "Als Mitglied des Stadtrats hat es mich überrascht und menschlich irritiert, dass die neue Stadtspitze zu Beginn der Sitzung keine Genesungswünsche an Dieter Reiter richtete", kritisierte Hefter öffentlich.

Scharfe Kritik an fehlendem Anstand in der Politik

Hefter ging in seiner Kritik noch weiter und warf grundlegende Fragen zum politischen Anstand auf. In den Sozialen Medien ließ der SPD-Politiker seinem Frust gegenüber jenen freien Lauf, die behauptet hatten, Reiter würde sich nur krankschreiben lassen.

"Alle die ihm unterstellt haben, er mache krank, bzw. hat sich nur krankschreiben lassen, soll der Blitz beim schei**** treffen", lauteten Hefters drastische Worte auf Facebook. Diese Äußerung löste eine breite Diskussion über den Umgangston in der Münchner Politik aus.

Weitere Unterstützung aus der eigenen Partei

Nicht nur Hefter, sondern auch weitere SPD-Mitglieder springen für den erkrankten Oberbürgermeister in die Bresche. Stadtratsmitglied Anne Hüber verurteilte das aktuelle Reiter-Bashing aufs Schärfste und kritisierte insbesondere die öffentlichen Äußerungen von Christian Ude und Julian Nida-Rümelin.

"Dass Christian Ude, Julian Nida-Rümelin und andere jetzt so brutal gegen Reiter nachtreten, empfinde ich menschlich als enttäuschend und politisch als einen Fehler", schrieb Hüber auf X (ehemals Twitter). Sie warnte davor, dass genau dieses Verhalten viele politisch Engagierte abschrecke.

Reiters geplanter Abschied von München

Trotz seiner schweren Erkrankung plant Dieter Reiter einen würdevollen Abschied von den Münchnerinnen und Münchnern. In seiner offiziellen Erklärung kündigte der 67-Jährige an: "Selbstverständlich werde ich mich von den Münchnerinnen und Münchnern noch in geeigneter Form verabschieden und die Amtsgeschäfte persönlich an meinen Nachfolger übergeben."

Die gesundheitliche Situation des langjährigen Oberbürgermeisters wirft nicht nur Fragen nach seinem persönlichen Wohlergehen auf, sondern auch nach dem politischen Umgang mit erkrankten Amtsträgern. Die scharfen Reaktionen aus der eigenen Partei zeigen, dass die Thematik tiefe Gräben in der Münchner Politik offenbart.

Während Dominik Krause bereits die Amtsgeschäfte führt und sich auf seine offizielle Amtsübernahme am 1. Mai vorbereitet, bleibt die Gesundheitsprognose für Dieter Reiter ungewiss. Die medizinische Behandlung und die notwendige Ruhephase werden voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen, bevor der scheidende Oberbürgermeister seinen geplanten Abschied antreten kann.

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