Münchens Ex-Oberbürgermeister Dieter Reiter mit schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankung
Der abgewählte Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat nach seiner deutlichen Wahlniederlage eine ernsthafte Erkrankung am Herz-Kreislauf-System erlitten. Wie die Stadt München mitteilte, muss der 67-jährige Politiker aufgrund dieser gesundheitlichen Probleme bis auf Weiteres krankgeschrieben werden und sich einer längeren Ruhe- und Erholungsphase unterziehen.
Warnsignale ignoriert: Reiters gesundheitlicher Zusammenbruch
In einer offiziellen Stellungnahme gab Reiter zu, in den vergangenen Wochen und Monaten körperliche Warnsignale ignoriert und Erkrankungen nicht ausreichend auskuriert zu haben. "Das Ergebnis ist nun eine doch ernsthaftere Erkrankung am Herz-Kreislauf-System, die mich neben medikamentöser Behandlung zu längerfristiger Ruhe und Erholung zwingt", ließ der SPD-Politiker über die Stadtverwaltung mitteilen. Unmittelbar nach seiner Wahlniederlage am vergangenen Sonntag habe sich Reiter in ärztliche Behandlung begeben.
Früher Amtswechsel: Grünen-Nachfolger übernimmt vorzeitig
Aufgrund der schweren Erkrankung wird der neu gewählte Oberbürgermeister, der 35-jährige Physiker Dominik Krause von den Grünen, die Amtsgeschäfte bereits Wochen vor seinem eigentlichen Amtsantritt am 1. Mai übernehmen. Krause hatte in der Stichwahl mit 56,4 Prozent der Stimmen deutlich gegen Reiter (43,6 Prozent) gewonnen und beendet damit die 42-jährige Ära der SPD an der Spitze der Landeshauptstadt.
Reiter, der nach zwölf Jahren im Amt abtreten muss, hatte seine Niederlage bereits unmittelbar nach der Wahl eingeräumt: "Ich hab's verbockt, es ist meine Schuld", sagte er vor Anhängern und bezeichnete es als letzten Tag seiner politischen Karriere. Als wesentlicher Belastungsfaktor im Wahlkampf galt die Affäre um seine bezahlten Funktionen beim FC Bayern München, die zu massiver Kritik führte.
Persönliche Verabschiedung trotz Erkrankung geplant
Trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen plant Reiter, sich noch persönlich von den Münchner Bürgerinnen und Bürgern zu verabschieden. "Selbstverständlich werde ich mich von den Münchnerinnen und Münchnern noch in geeigneter Form verabschieden und die Amtsgeschäfte persönlich an meinen Nachfolger übergeben", kündigte der scheidende Oberbürgermeister an. Zuerst hatten der "Münchner Merkur" und die "tz" über die ernste Erkrankung des langjährigen Stadtoberhaupts berichtet.
Für die SPD bedeutet Reiters Niederlage und gesundheitlicher Zusammenbruch einen doppelten Schlag. Nicht nur verliert die Partei nach mehr als vier Jahrzehnten das Münchner Rathaus, sondern muss auch den gesundheitlichen Kampf ihres langjährigen Spitzenpolitikers mitverfolgen. Die Erkrankung unterstreicht die physischen und psychischen Belastungen, die mit hohen politischen Ämtern und deren Verlust einhergehen können.



