FDA lehnt Modernas Grippe-Impfstoff ab: Aktie stürzt nach Rückschlag um zehn Prozent
FDA lehnt Modernas Grippe-Impfstoff ab - Aktie stürzt

Rückschlag für Moderna: FDA lehnt Grippe-Impfstoff ab

Der US-Pharmakonzern Moderna, der während der Corona-Pandemie mit seinen mRNA-Impfstoffen Milliarden verdiente, hat einen herben Rückschlag erlitten. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat den Antrag des Unternehmens für die Überprüfung seines ersten mRNA-Impfstoffs gegen die saisonale Grippe abgelehnt. Moderna gab diese Nachricht am Dienstag bekannt.

FDA bemängelt Studiendesign

Die FDA teilte Moderna mit, dass der Antrag keine „angemessene und gut kontrollierte“ Studie enthalte. Der Impfstoff mit dem Namen mRNA-1010 sei lediglich mit einer bereits zugelassenen Standard-Grippeschutzimpfung verglichen worden. Dies spiegle nach Ansicht der Behörde nicht „den besten verfügbaren Behandlungsstandard“ wider. Moderna betonte jedoch, dass die FDA keine Bedenken hinsichtlich der Sicherheit oder Wirksamkeit des Mittels geäußert habe.

Aktienkurs bricht dramatisch ein

Die Börse reagierte unmittelbar auf die negative Nachricht: Die Moderna-Aktie verlor am Mittwochvormittag rund zehn Prozent an Wert. Ein Anteilsschein war nur noch etwa 32 Euro wert. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie hatte die Aktie noch bei über 400 Euro gehandelt – ein Rückgang von satten 92 Prozent vom historischen Höchststand.

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Politische Hintergründe und Kritik

Die FDA-Entscheidung fällt in eine Zeit weitreichender Veränderungen der US-Impfpolitik unter Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. Moderna-Chef Stephane Bancel kritisierte die Ablehnung als inkonsistent mit früheren Absprachen zwischen Unternehmen und Behörde.

Auswirkungen auf Europa und andere Regionen

Für Europa hat die FDA-Entscheidung zunächst keine direkten Konsequenzen. Der Grippe-Impfstoff mRNA-1010 wird derzeit auch in der Europäischen Union, Kanada und Australien geprüft. Moderna, das in Deutschland vor allem als Konkurrent von Biontech bei Corona-Impfstoffen bekannt wurde, rechnet mit einer möglichen Zulassung in Europa und anderen Regionen Ende 2026 oder Anfang 2027.

Laut Unternehmensangaben hatte der Impfstoff in Studien eine um 26,6 Prozent höhere Wirksamkeit gezeigt als ein bereits zugelassener Grippe-Impfstoff des Konkurrenten GSK. Moderna hat bereits ein Treffen mit der FDA beantragt, um das weitere Vorgehen zu klären.

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