Der Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff MV "Hondius" hat weltweit Besorgnis ausgelöst und Erinnerungen an die Coronapandemie wachgerufen. Es gibt Todesfälle und zahlreiche Infizierte, die Infektionskette erstreckt sich bis nach Europa. Experten diskutieren nun, ob eine neue Pandemie droht oder ob die Risiken beherrschbar sind.
Was ist passiert?
An Bord der MV "Hondius", die vor der Küste Westafrikas unterwegs war, brach das Hantavirus aus. Mehrere Menschen starben, viele weitere erkrankten. Die Behörden reagierten mit Evakuierungen und Quarantänemaßnahmen. Das Schiff liegt derzeit vor Praia, der Hauptstadt der Kapverden, wo die Besatzung und Passagiere medizinisch versorgt werden.
Die Ausbreitung nach Europa
Bereits sind Fälle in Europa aufgetreten. Reisende, die von dem Schiff kamen, haben das Virus nach Deutschland, Frankreich und Spanien gebracht. Die Gesundheitsbehörden in diesen Ländern haben Kontaktpersonen ermittelt und unter Beobachtung gestellt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Taskforce eingerichtet, um die Lage zu überwachen.
Warum eine Pandemie unwahrscheinlich ist
Das Hantavirus wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen, sondern hauptsächlich durch Nagetiere. Eine direkte Übertragung zwischen Menschen ist extrem selten. Dies unterscheidet es grundlegend von SARS-CoV-2. Zudem ist das Virus weniger ansteckend und verursacht oft milde Verläufe. Die meisten Infektionen treten bei Menschen auf, die Kontakt zu Nagetierkot oder -urin haben.
Risikofaktoren auf Kreuzfahrtschiffen
Trotzdem sind Kreuzfahrtschiffe anfällig für Ausbrüche, da viele Menschen auf engem Raum leben. Hygienemaßnahmen wie regelmäßige Reinigung und Desinfektion sind entscheidend. Im Fall der MV "Hondius" könnte eine Kontamination durch Nagetiere in den Lagerräumen oder der Küche erfolgt sein. Die Reederei hat angekündigt, alle Schiffe einer gründlichen Inspektion zu unterziehen.
Was jetzt zu tun ist
Die Priorität liegt auf der Eindämmung des Ausbruchs. Dazu gehören die Isolierung von Erkrankten, die Überwachung von Kontaktpersonen und die Aufklärung der Bevölkerung. Reisende, die von dem Schiff zurückkehren, sollten auf Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Atembeschwerden achten und sich bei Verdacht sofort in medizinische Behandlung begeben. Die WHO ruft zu Wachsamkeit auf, betont aber, dass die Gefahr einer globalen Pandemie gering sei.



