Hantavirus-Ausbruch: Berliner Passagier in häuslicher Quarantäne
Hantavirus: Berliner Passagier in häuslicher Quarantäne

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ bleibt ein betroffener Passagier aus dem Großraum Berlin symptomfrei. Statt einer Einweisung in die Charité erfolgt die Isolation nun in den eigenen vier Wänden. Das zuständige Gesundheitsamt wird die häusliche Quarantäne engmaschig überwachen, wie die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit mitteilte.

Häusliche Isolation statt Klinikaufenthalt

Die Person ist einer von vier deutschen Passagieren, die nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) im Tagesverlauf vom Uniklinikum Frankfurt aus in ihre Heimatbundesländer gebracht werden. Die anderen drei reisen nach Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen. Ursprünglich war eine 24-stündige Aufnahme in der Charité zur Untersuchung und Diagnostik geplant gewesen. Diese Planung stammte aus einer Zeit, als unklar war, in welchem Umfang die Kontaktperson auf dem Weg nach Berlin medizinisch untersucht wird. Nach dem Aufenthalt in Frankfurt sei nun keine stationäre Aufnahme mehr nötig, so die Senatsverwaltung.

Überwachung und Vorsichtsmaßnahmen

„Die Kontaktperson wird aktuell nach Berlin transportiert und in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt in die häusliche Isolation verbracht“, erklärte die Senatsverwaltung. Die Person sei weiterhin symptomfrei und den Umständen entsprechend wohlauf. „Beim Auftreten von Symptomen wurde eine sofortige Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsamt sowie die Organisation einer Untersuchung in der Charité vereinbart“, hieß es von der Behörde. Die nötige Isolierung könne außerhalb eines Krankenhauses stattfinden.

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Inkubationszeit und Expertenmeinung

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann es bei diesem Erreger bis zu 45 Tage dauern, wie Experten erklären. Falls dennoch eine Person erkranken sollte, könne sie in speziellen Zentren nach besten medizinischen Standards und sicher behandelt werden, teilte das BMG mit. Die südamerikanische Variante des Hantavirus, das Andesvirus, kann bei engem Kontakt, wie auf einem Kreuzfahrtschiff, von Mensch zu Mensch übertragen werden. In den vergangenen Jahrzehnten gab es jedoch nur wenige erfasste Ausbrüche in Südamerika, die alle rasch wieder abebbten. Auch im aktuellen Fall sehen Experten kein Risiko für eine umfassende Ausbreitung des Erregers.

Rückholaktion und Hintergrund

Am Sonntag waren erste Sonderflüge von der Kanareninsel Teneriffa gestartet, wo das Kreuzfahrtschiff „Hondius“ nach mehreren Wochen auf See angelegt hatte. Die Passagiere aus insgesamt 23 Nationen wurden unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimat gebracht. Bisher starben drei Passagiere der „Hondius“, bei denen eine Infektion mit der Unterart Andesvirus nachgewiesen wurde oder vermutet wird. Die Behörden arbeiten weiterhin daran, die Ausbreitung des Virus zu verhindern und betroffene Personen bestmöglich zu versorgen.

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