Hepatitis-Alarm in Süditalien: So schützen Sie sich vor Reisegelbsucht
Eine Schutzimpfung schützt zuverlässig vor der Virusinfektion. Hepatitis-Viren lauern in vielen Urlaubsländern – auch in beliebten Reisezielen wie Italien. Wer sich nicht schützt, riskiert eine Leberentzündung. Mit der richtigen Impfung und einfachen Hygienemaßnahmen beugen Sie vor.
Aktueller Anlass: Hepatitis-Welle in Süditalien
Seit Jahresbeginn verzeichnet Süditalien eine ungewöhnlich hohe Zahl an Hepatitis-A-Fällen. Als Reaktion darauf verbot die Stadt Neapel der Gastronomie, rohe Meeresfrüchte zu servieren. Auch der Bevölkerung rät sie, zu Hause darauf zu verzichten. Ein aktuelles Beispiel dafür, wie schnell die Viren zuschlagen können – selbst in europäischen Urlaubsregionen.
Was ist Hepatitis A?
Die Erreger gelangen hauptsächlich über verschmutztes Wasser und kontaminierte Lebensmittel in den Körper. Besonders riskant sind rohe oder unzureichend erhitzte Speisen wie Muscheln, Datteln, getrocknete Tomaten oder Salat. Auch Eiswürfel in Getränken, Zähneputzen mit Leitungswasser oder Straßenessen können im Reisealltag zur Ansteckung führen. Typische Anzeichen: Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen – ähnlich wie bei einer Grippe. Charakteristisch ist auch die Gelbfärbung von Haut und Bindehaut – daher der Name Reisegelbsucht. Laut Deutscher Leberstiftung heilt die Entzündung meist folgenlos aus, in seltenen Fällen können aber Leberschäden bleiben.
Was ist Hepatitis B?
Die Übertragung erfolgt durch Körperflüssigkeiten: Blut, Sperma, Vaginalsekret oder Speichel. Auch über gemeinsam genutzte Rasierklingen, Sexspielzeug, Spritzen oder Zahnbürsten kann das Virus weitergegeben werden, wie das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) warnt. Die Symptome ähneln denen von Typ A: Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl und Entzündung der Leber. Der entscheidende Unterschied: Bei dieser Virusform droht ein chronischer Verlauf. Dieser kann der Startpunkt für Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose oder Leberzellkrebs sein.
Wann brauche ich eine Impfung?
Eine Schutzimpfung schützt zuverlässig vor der Virusinfektion. Experten empfehlen: Lassen Sie sich sechs bis acht Wochen vor der Abreise reisemedizinisch beraten. Diese Vorlaufzeit gilt für die gesamte Reiseplanung inklusive aller nötigen Immunisierungen. Wichtig zu wissen: Während bei Typ A bereits nach zwei Wochen Schutz besteht, benötigt die vollständige Immunisierung gegen Typ B mindestens sechs Monate.
Hepatitis A: Impfempfehlungen
Wer nach Mittel- oder Südamerika, Afrika oder Asien reist, sollte sich impfen lassen, so das RKI. Auch für Reisen in osteuropäische Länder ist der Schutz sinnvoll – wo aufgrund der Hygienestandards und Trinkwasserqualität ein erhöhtes Risiko besteht. Für die vollständige Grundimmunisierung brauchen Sie zwei Spritzen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten. Gute Nachricht: Schon nach zwei Wochen sind die meisten Geimpften geschützt – ideal für kurzfristige Reiseplanungen.
Hepatitis B: Individuelle Risikobeurteilung
Hier empfiehlt das RKI eine individuelle Risikobeurteilung. Die Immunisierung ist sinnvoll, wenn Sie länger als vier Wochen unterwegs sind oder planen, sich im Reiseland operieren oder ein Tattoo stechen zu lassen. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Dosen: Die zweite wird einen Monat nach der ersten verabreicht, die dritte folgt fünf Monate nach der zweiten. Manche Geimpfte haben bereits nach ein oder zwei Dosen einen kurzfristigen Schutz. Wichtig: Für die vollständige Abwehr sollten Sie mindestens sechs Monate vor Reisebeginn mit der Immunisierung beginnen. Praktisch: Kombi-Impfstoffe schützen gleichzeitig vor beiden Virustypen.
So schützen Sie sich zusätzlich
In Risikogebieten gilt: Achten Sie besonders auf sorgfältige Hände- und Lebensmittelhygiene. Das Infektionsrisiko sinkt, wenn Sie nur gut durchgegarte Speisen verzehren. Beim Sex bewahren Kondome und Lecktücher vor einer Ansteckung mit Typ B. Wichtig: Lassen Sie sich sechs bis acht Wochen vor Ihrer Reise reisemedizinisch beraten, um den passenden Schutz aufzubauen.



