HPV-Impfung bietet umfassenden Schutz vor Viren und ihren Folgen
Plötzlich auftretende kleine Hubbel im Intimbereich können Betroffene stark beunruhigen. Oft handelt es sich dabei um sogenannte Feigwarzen, die medizinisch als Genitalwarzen bezeichnet werden. Diese gutartigen Hautveränderungen zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen in Deutschland.
Was sind Genitalwarzen und wie entstehen sie?
Feigwarzen werden durch bestimmte Typen der Humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst. Diese Viren gelten als hochansteckend und werden bei engem Körperkontakt über Haut und Schleimhäute übertragen, insbesondere beim Geschlechtsverkehr. Die Warzen können einzeln oder in Gruppen auftreten und haben meist einen Durchmesser von einem bis fünf Millimetern. Manchmal erscheinen sie etwas dunkler als die umgebende Haut.
Norbert Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI Gesellschaft, erklärt: "Kondome bieten nur einen begrenzten Schutz, da die Viren auch über infizierte Hautareale außerhalb des Kondoms übertragen werden können." Winzige Verletzungen, beispielsweise durch Intimrasur, erleichtern den Viren den Eintritt in die Haut.
Die Behandlung von Feigwarzen kann langwierig sein
Feigwarzen sind zwar in der Regel nicht gefährlich, können aber stark jucken und psychisch belasten. Sie heilen manchmal von allein ab, darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen. Bei Verdacht auf Genitalwarzen sollte man umgehend Gynäkologen, Urologen oder Hautärzte aufsuchen.
Es stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:
- Kryotherapie: Entfernung der Warze mittels flüssigen Stickstoffs
- Laserablation: Verdampfung des betroffenen Gewebes durch Laserimpulse
- Chirurgische Maßnahmen
- Immunmodulierende Cremes: Diese müssen über viele Wochen aufgetragen werden
Die HPV-Impfung als wirksame Präventionsmaßnahme
Die gute Nachricht: Eine HPV-Impfung kann nicht nur vor HPV-assoziierten Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs schützen, sondern auch vor den Virustypen, die Feigwarzen verursachen. Das Robert Koch-Institut bestätigt, dass einer der beiden in Deutschland zugelassenen HPV-Impfstoffe, Gardasil 9, speziell vor diesen Warzen auslösenden Virentypen schützt.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Für einen vollständigen Impfschutz sind zwei Impfdosen notwendig, wobei die zweite Dosis 5 bis 13 Monate nach der ersten verabreicht werden sollte. Idealerweise erfolgt die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr.
Nachholimpfungen und Kostenübernahme
Wurde die Impfung im empfohlenen Alter verpasst, sollte sie bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. In diesem Fall sind drei Impfdosen erforderlich. Auch im Erwachsenenalter kann eine HPV-Impfung noch sinnvoll sein, allerdings übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten dann nicht mehr regulär. Die Impfung kostet in diesem Fall etwa 600 Euro.
Viele Krankenkassen zeigen sich jedoch kulant und übernehmen die Kosten freiwillig bis zu einer bestimmten Altersgrenze, beispielsweise bis zum 26. Lebensjahr. Es lohnt sich daher, bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen.
Wichtig zu wissen: Nicht jede Infektion mit den entsprechenden HPV-Typen führt automatisch zu Feigwarzen. Zwischen Ansteckung und Auftreten der Warzen können mehrere Monate vergehen - bei Frauen durchschnittlich drei Monate, bei Männern sogar elf Monate.



