Neue Impfpflicht für Jugendliche: Meningokokken-Schutz ab 12 Jahren jetzt empfohlen
Neue Meningokokken-Impfempfehlung für 12- bis 14-Jährige

Neue Impfempfehlung: Schutz vor Meningokokken für Teenager ab sofort

Eine wichtige Neuerung im deutschen Impfkalender tritt in Kraft: Ab sofort wird Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren die Impfung gegen Meningokokken empfohlen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat diesen Beschluss am Mittwoch verabschiedet und damit eine lang erwartete Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) umgesetzt.

Höchstes Erkrankungsrisiko bei Jugendlichen

Hintergrund dieser Entscheidung ist die besondere Gefährdung der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen. Diese Jugendlichen und jungen Erwachsenen weisen das höchste Risiko auf, an schweren Meningokokken-Erkrankungen bestimmter Untergruppen zu erkranken. Die Impfung zielt daher nicht nur auf den individuellen Schutz ab, sondern soll auch die Verbreitung der Bakterien in der Bevölkerung insgesamt reduzieren, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) betont.

Konkret betrifft die Stiko-Empfehlung die vier Meningokokken-Untergruppen A, C, W und Y. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hatte die Impfkommission diesen Rat ausgesprochen, nun folgt die offizielle Umsetzung durch den G-BA.

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Gefährliche Erreger mit schwerwiegenden Folgen

Meningokokken sind Bakterien, die durch Tröpfcheninfektion – etwa beim Husten, Niesen oder engen Kontakt – übertragen werden. Sie können lebensbedrohliche Erkrankungen wie Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Obwohl diese Infektionen in Deutschland vergleichsweise selten auftreten, sind ihre Verläufe oft extrem schwer.

Die Statistik des RKI zeigt die Dramatik: Die Todesfallrate liegt bei 7 bis 15 Prozent, und viele Überlebende leiden unter schweren Langzeitfolgen. Im Jahr 2024 wurden 344 schwere Meningokokken-Erkrankungen registriert, 2025 waren es bis Mitte September bereits 227 Fälle. Ein trauriger Höhepunkt war der Tod eines Babys in Berlin Ende Januar aufgrund dieser Infektion.

Änderungen im Impfkalender für Kleinkinder

Mit der neuen Empfehlung für Jugendliche gehen auch Anpassungen für jüngere Kinder einher. Die bisherige Standardimpfung gegen Meningokokken C für Kleinkinder ab dem zweiten Lebensjahr wird gestrichen. Ebenso entfällt die Nachholimpfung für unter 18-Jährige.

Unverändert bleibt dagegen die Empfehlung, Säuglinge ab einem Alter von zwei Monaten gegen Meningokokken B zu impfen. Diese Schutzmaßnahme behält ihre Gültigkeit und unterstreicht die Bedeutung eines umfassenden Impfschutzes bereits in frühen Lebensphasen.

Die neuen Regelungen markieren einen wichtigen Schritt in der deutschen Gesundheitsvorsorge. Sie sollen insbesondere die vulnerable Gruppe der Jugendlichen besser schützen und gleichzeitig zur Eindämmung der bakteriellen Ausbreitung beitragen.

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