Post-Vac-Syndrom: Japanische Studie analysiert lang anhaltende Beschwerden nach Covid-Impfung
Post-Vac-Syndrom: Studie zu Beschwerden nach Covid-Impfung

Post-Vac-Syndrom: Japanische Studie analysiert lang anhaltende Beschwerden nach Covid-Impfung

Bei einem kleinen Teil der Covid-19-Geimpften treten nach der Impfung lang anhaltende, komplexe Beschwerden auf, die als Post-Vac-Syndrom bezeichnet werden. Eine aktuelle japanische Studie hat dieses seltene Phänomen nun detailliert untersucht und zeigt, dass Betroffene über Symptome klagen, die im Kern drei Hauptbereiche betreffen. Ein eindeutiger Beweis, dass die Covid-19-Impfung allein alle Beschwerden verursacht hat, ist damit nicht erbracht – dennoch können die Ergebnisse Betroffenen helfen, ihre Symptome besser einzuordnen und zu verstehen.

Analyse von 179 Post-Vac-Fällen in Japan

Die Forscher um Akinori Fujisawa haben die Beschwerden von 179 Post-Vac-Fällen aus 14 medizinischen Einrichtungen in Japan analysiert. Über 60 Prozent der insgesamt fast 500 gemeldeten Beschwerden konzentrieren sich auf die folgenden drei Symptom-Bereiche: Allgemeinerkrankungen (darunter Fatigue), Erkrankungen des Nervensystems (darunter „Brain Fog“) und Skelettmuskulatur- und Bindegewebserkrankungen. Alle Post-Vac-Fälle waren als „klinisch definitiv“ eingestuft, was bedeutet, dass die Patienten vor der Covid-19-Impfung gänzlich symptomfrei oder gesund waren und danach medizinische Hilfe benötigten.

Häufigste Symptome: Von Erschöpfung bis Schmerzen

Rund zwei Drittel der Patienten waren Frauen, das Durchschnittsalter lag bei 59 Jahren. Die Ergebnisse sind im Fachjournal „Scientific Reports“ veröffentlicht. Am häufigsten traten allgemeine Beschwerden wie starke Erschöpfung (Fatigue), Fieber oder Probleme beim Gehen auf, die 29,2 Prozent aller gemeldeten knapp 500 Symptome ausmachten. An zweiter Stelle standen neurologische Probleme mit 22,3 Prozent, darunter „Brain Fog“ – ein Gefühl geistiger Vernebelung –, Schwindel oder Kopfschmerzen. An dritter Stelle folgten Schmerzen in Muskeln und Gelenken mit 10,1 Prozent, etwa in Armen, Beinen oder im Rücken.

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Verlauf oft lang und belastend, Symptome auch erst spät

Die Auswertung zeigt auch, dass die Beschwerden lange anhalten können und oft einen belastenden Verlauf nehmen. Im Einzelnen ergab die Analyse:

  • Rund 65 Prozent der Beschwerden besserten sich zumindest teilweise, während bei fast 30 Prozent keine Veränderung festgestellt wurde.
  • Etwa 15 Prozent der Patienten (entspricht rund 27 Personen) waren schwer von den Beschwerden betroffen – sie konnten zeitweise nicht arbeiten oder mussten im Krankenhaus behandelt werden.
  • Die meisten Symptome traten innerhalb der ersten drei Monate nach der Impfung auf. Bei rund 12 Prozent begannen sie jedoch erst nach einem Jahr oder später.

Die Autoren betonen, dass es sich um eine Beobachtungsstudie mit kleiner Fallzahl handelt. Ein eindeutiger Beweis, dass die Impfung allein alle Beschwerden verursacht hat, ist damit nicht möglich – insbesondere bei spät auftretenden Symptomen. Dennoch bietet die Studie wichtige Einblicke in das Post-Vac-Syndrom und kann zur weiteren Erforschung und Unterstützung von Betroffenen beitragen.

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