US-Gericht blockiert Kennedys Impf-Kurswechsel für Kinder vorerst
Ein US-Bundesgericht hat dem umfassenden Kurswechsel von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy bei Kinderimpfungen vorläufig Einhalt geboten. Das Gericht in Massachusetts kassierte am Montag eine Anweisung der US-Regierung vom Januar, die nur noch 11 statt bisher 17 Immunisierungen für Kinder empfohlen hatte. Zudem blockierte das Gericht die Neubesetzung des Impf-Expertengremiums ACIP durch Kennedy sowie dessen seither herausgegebene Empfehlungen.
Verfahrensverstöße und wissenschaftliche Methoden
In der Vergangenheit seien solche Entscheidungen nach „Methoden wissenschaftlicher Natur, die durch Verfahrensvorschriften im Gesetz kodifiziert sind“ getroffen worden, schrieb Richter Brian Murphy in seiner Stellungnahme. „Leider hat die Regierung diese Methoden missachtet und dadurch die Integrität ihres Handelns untergraben.“ Geklagt hatten Ärzteverbände, die die geplanten Änderungen der Impfempfehlungen massiv kritisiert hatten.
Ein Sprecher des US-Gesundheitsministeriums erklärte laut Sender ABC News, man hoffe, dass die Gerichtsentscheidung aufgehoben werde. Zugleich kritisierte er den Richter und warf ihm vor, die Regierung an ihrer Arbeit zu hindern.
Impfskeptiker am Machthebel
Nach der vom US-Präsidenten Donald Trump im Januar angestoßenen Änderung sollten Impfungen gegen:
- Rotavirus
- Corona
- Influenza
- Hepatitis A
- Hepatitis B
- Meningokokken
nicht mehr Teil des vom Gesundheitsministerium empfohlenen Immunisierungsplans für Kinder sein. Verabreicht werden dürften die Impfungen aber weiterhin. Die neue Richtlinie sah ebenfalls vor, dass verschiedene Impfungen, etwa gegen Hepatitis A oder Dengue, auf Hochrisikogruppen beschränkt werden sollten.
Der Impfskeptiker Kennedy drängt seit seinem Amtsantritt in Trumps zweiter Amtszeit auf Änderungen in der Impfpolitik. Die zuständige Behörde CDC und damit auch ihr Expertengremium ACIP unterstehen seinem Ministerium. Im Juni 2025 entließ Kennedy alle 17 Mitglieder des Gremiums und verwies auf mögliche Interessenkonflikte mit der Pharmaindustrie. Anschließend wurden 13 neue Mitglieder berufen, die die Empfehlungen im Sinne Kennedys herausgaben.
Der Neffe des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy hat vielfach Zweifel an Impfungen gestreut und Verschwörungstheorien verbreitet. Unter anderem hat er die wissenschaftlich widerlegte These vertreten, Impfungen könnten Autismus auslösen. Die aktuelle Gerichtsentscheidung stellt nun einen Rückschlag für seine Bestrebungen dar und unterstreicht die anhaltenden Kontroversen in der US-Impfpolitik.



