Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Evakuierung auf Teneriffa läuft
Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Evakuierung läuft

Nach dem Ausbruch des Hantavirus an Bord des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ hat die Evakuierung der Passagiere und Besatzungsmitglieder im Hafen von Granadilla auf Teneriffa unter strengen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Erste Menschen wurden bereits in kleinen Gruppen an Land gebracht und zum Flughafen Tenerife Sur gefahren, von wo aus sie in ihre Heimatländer ausgeflogen werden.

Erste Evakuierungen erfolgreich abgeschlossen

Am späten Nachmittag waren auch vier deutsche Passagiere auf dem Rückweg nach Deutschland. Eine niederländische Maschine hob mit 26 Personen von den Kanaren ab, darunter neben Niederländern und Deutschen auch Belgier und Griechen. Alle zeigten keine Symptome, wie das spanische Gesundheitsministerium mitteilte.

Zuvor waren bereits drei Flugzeuge mit Spaniern, Franzosen und Kanadiern gestartet. Weitere Maschinen aus Großbritannien, Irland, der Türkei und den USA sollten bis zum Abend folgen. Am Montag sind ein weiterer Flug aus den Niederlanden und ein Flugzeug aus Australien geplant.

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Ärzte an Bord – keine Symptome bei Passagieren

Vor Beginn der Evakuierung waren Ärzte an Bord gegangen, um eine epidemiologische Untersuchung durchzuführen. Die spanische Gesundheitsministerin Mónica García bestätigte, dass alle 140 bis 150 Personen an Bord symptomfrei seien. Das Schiff hatte Reisende aus 23 Ländern an Bord.

Deutsche Passagiere über Eindhoven nach Frankfurt

Die vier deutschen Passagiere werden nach ihrer Ankunft im niederländischen Eindhoven nach Frankfurt gebracht. Die Feuerwehren aus Essen und Frankfurt sind für den Transport in einem Sonderisoliertransport zuständig. Eine Person soll später in die Berliner Charité gebracht werden, wo eine Quarantäne angeordnet ist, obwohl sie keine Symptome zeigt.

Internationale Koordination der Evakuierung

Die meisten Passagiere und Crewmitglieder sollten noch vor Einbruch der Dunkelheit evakuiert werden. Neben den bereits genannten Ländern kommt auch eine Maschine aus Norwegen im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus zum Einsatz. Der letzte Flug nach Australien ist für Montag geplant.

Auf Bildern war zu sehen, wie evakuierte Spanier in weißen Schutzanzügen auf dem Flughafen von Einsatzkräften mit Desinfektionsmittel besprüht wurden. Alle Passagiere durften nur leichtes Handgepäck mitnehmen.

Hintergrund des Hantavirus-Ausbruchs

Laut WHO gibt es sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle, von denen drei Personen gestorben sind: ein älteres niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau. Die Infektionskette könnte von dem niederländischen Paar ausgegangen sein, das sich vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt hatte.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte, dass es sich nicht um ein neues Covid handle. Das Risiko für die Bevölkerung auf Teneriffa sei gering, da keine neuen Verdachtsfälle aufgetreten seien.

Weiteres Vorgehen nach der Evakuierung

Nach der Ankunft in den Heimatländern müssen alle Evakuierten in Quarantäne. Das RKI empfiehlt eine sechswöchige Quarantäne nach der letzten möglichen Exposition. Die „Hondius“ soll mit einem Teil der Crew in die Niederlande weiterfahren, wo auch die Desinfektion des Schiffs und die Bergung des Leichnams der verstorbenen Deutschen erfolgen.

Das südamerikanische Andesvirus, das den Ausbruch verursacht hat, wird normalerweise von Nagetieren übertragen, kann aber in seltenen Fällen von Mensch zu Mensch springen. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC stuft das Risiko einer großflächigen Ausbreitung in der EU als sehr gering ein.

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