Nach mehreren Hantavirus-Fällen und drei Todesopfern hat Spanien dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ das Anlaufen eines Hafens auf den Kanarischen Inseln erlaubt. Die Entscheidung fiel in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU, wie das spanische Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte. Das kleine Kreuzfahrtschiff mit knapp 150 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde.
ECDC untersucht das Schiff
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) untersucht das Schiff eingehend, um festzustellen, welche Personen dringend von Kap Verde aus evakuiert werden müssen. Die übrigen Passagiere werden mit dem Schiff zu den Kanarischen Inseln reisen, wo sie voraussichtlich innerhalb von drei bis vier Tagen eintreffen. Bislang sind drei Passagiere gestorben: ein älteres niederländisches Ehepaar und eine Frau aus Deutschland. Nach Angaben des Betreibers Oceanwide Expeditions stammen sieben Passagiere aus Deutschland, darunter die verstorbene Frau. Auch ein Crewmitglied kommt aus Deutschland. Die WHO geht von insgesamt sieben Erkrankungsfällen aus.
Kanaren als nächstgelegener Ort mit Hilfskapazitäten
Die WHO erklärte, dass Kap Verde diesen Einsatz nicht selbst durchführen könne. Die Kanarischen Inseln seien der nächstgelegene Ort mit den notwendigen Kapazitäten. Spanien habe eine moralische und rechtliche Verpflichtung, diesen Menschen zu helfen, darunter auch mehrere spanische Staatsbürger. Daher stimmte die Regierung in Madrid zu, dass der Arzt der „Hondius“, der sich in kritischem Zustand befindet, in den kommenden Stunden mit einem Lazarettflugzeug auf die Kanarischen Inseln geflogen wird.
Weitere Maßnahmen nach Ankunft
Der genaue Hafen auf den Kanaren steht noch nicht fest. Dort sollen Besatzung und Passagiere untersucht, medizinisch versorgt und in ihre Heimatländer zurückgebracht werden. Das niederländische Außenministerium teilte mit, drei Erkrankte sollten von Bord geholt und in die Niederlande ausgeflogen werden, darunter ein Niederländer. Dies solle so schnell wie möglich geschehen. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem verstorbenen niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien an Land angesteckt haben könnte.



