Hepatitis-Warnung für Italien-Reisende: Impfschutz und Hygieneregeln beachten
Eine Leberentzündung als unerwünschtes Urlaubsmitbringsel möchte niemand mit nach Hause bringen. Doch Hepatitis-Viren stellen in vielen Reiseländern ein reales Risiko dar. Aktuell zeigt sich dies besonders im Süden Italiens, wo seit Jahresbeginn überdurchschnittlich viele Hepatitis-A-Erkrankungen registriert wurden.
Neapel reagiert mit strengen Maßnahmen
Die Stadt Neapel hat als Reaktion auf den Anstieg der Hepatitis-A-Fälle der Gastronomie untersagt, rohe Meeresfrüchte zu servieren. Zusätzlich empfiehlt die Stadtverwaltung der Bevölkerung, auch im privaten Bereich auf den Verzehr roher Meeresfrüchte zu verzichten. Diese Maßnahmen verdeutlichen die Ernsthaftigkeit der Situation.
Hepatitis A: Die Reisegelbsucht
Hepatitis-A-Viren werden hauptsächlich über verunreinigtes Trinkwasser, Badewasser und kontaminierte Lebensmittel übertragen. Besonders riskant sind Muscheln, Datteln, getrocknete Tomaten oder Salat, wie das Robert Koch-Institut im Epidemiologischen Bulletin (14/2025) auflistet.
Eine Infektion äußert sich durch grippeähnliche Symptome wie Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Charakteristisch ist die Gelbfärbung von Haut und Bindehaut, weshalb Hepatitis A auch als Reisegelbsucht bezeichnet wird. Obwohl die Entzündung meist ohne Komplikationen ausheilt, können laut Deutscher Leberstiftung dauerhafte Leberschäden zurückbleiben.
Hepatitis B: Chronisches Risiko
Hepatitis-B-Viren werden über Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Vaginalsekret oder Speichel übertragen. Eine Ansteckung kann auch über gemeinsam benutzte Gegenstände wie Rasierklingen, Sexspielzeug, Spritzen oder Zahnbürsten erfolgen, warnt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit auf dem Portal infektionsschutz-info.de.
Auch Hepatitis B verursacht eine Leberentzündung mit grippeähnlichen Symptomen, birgt jedoch das Risiko eines chronischen Verlaufs. Dieser kann Ausgangspunkt für schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose oder Leberzellkrebs sein.
Impfschutz: Vorbeugung ist möglich
Hepatitis-Infektionen lassen sich durch Impfungen wirksam verhindern, betont die Deutsche Leberstiftung. Eine reisemedizinische Beratung, idealerweise sechs bis acht Wochen vor Reisebeginn, hilft bei der individuellen Risikoeinschätzung.
Hepatitis A: Das Robert Koch-Institut empfiehlt eine Impfung bei Reisen nach Mittel- und Südamerika, Afrika, Asien und osteuropäische Länder. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten. Bereits zwei Wochen nach der ersten Impfung haben die meisten Geimpften einen ausreichenden Schutz aufgebaut.
Hepatitis B: Hier erfolgt die Impfempfehlung basierend auf einer individuellen Risikobeurteilung. Das RKI rät zur Impfung bei Risikofaktoren wie einer Reisedauer von mehr als vier Wochen oder geplanten medizinischen Eingriffen im Reiseland. Die Grundimmunisierung umfasst drei Dosen über einen Zeitraum von sechs Monaten.
Für Reisende, die Schutz vor beiden Hepatitis-Formen benötigen, stehen praktische Kombi-Impfstoffe zur Verfügung.
Hygienemaßnahmen ergänzen den Impfschutz
Neben Impfungen spielt die persönliche Hygiene eine entscheidende Rolle. In Hepatitis-A-Risikogebieten sollten Reisende besonders auf sorgfältige Hände- und Lebensmittelhygiene achten. Das Infektionsrisiko lässt sich deutlich senken, indem vorwiegend ausreichend erhitzte Lebensmittel verzehrt werden.
Zum Schutz vor Hepatitis B empfehlen Experten die Verwendung von Kondomen und Lecktüchern beim Geschlechtsverkehr sowie die Vermeidung des Teilens persönlicher Hygieneartikel.
Reisende, die diese Schutzmaßnahmen beachten, können ihr Hepatitis-Risiko erheblich reduzieren und sorgenfrei ihren Urlaub genießen.



