Toter Buckelwal vor Anholt: Handelt es sich um „Timmy“?
Toter Buckelwal vor Anholt: Ist es „Timmy“?

Kadaver vor Dänemark: Ein Wal treibt im Wasser, mit dem Bauch nach oben

Vor der dänischen Insel Anholt liegt ein toter Wal. Könnte es sich dabei um „Timmy“ handeln? Der SPIEGEL hat mit dem Mann gesprochen, der das Tier entdeckt hat. Aus Kopenhagen berichtet Elisa Schwarze.

Simon Seebach, 44, kennt die dänische Insel Anholt gut. Seit er elf Jahre alt ist, kommt der Aarhuser hierher, sagt er. Sein Wohnmobil parke das ganze Jahr über auf dem Campingplatz der Insel, er verbringe den Großteil des Sommers dort. Unzählige Male habe er aufs Meer geblickt. Doch als er am Donnerstagmorgen spazieren gegangen sei, sei etwas anders gewesen. „Ich habe etwas im Wasser treiben sehen“, sagt Seebach. Groß und schwarz, rund 75 Meter von der Küste entfernt. Er sei auf eine Buhne geklettert, auf den höchsten Stein, den er finden konnte. Vor ihm im Wasser lag ein toter Wal.

Spekulationen um Identität des Wales

Nun wird spekuliert, ob es sich um den Buckelwal handelt, der Ende April mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandet war, zuletzt vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern. Einige nennen ihn „Timmy“, andere „Hope“. Vor rund zwei Wochen brachte eine private Initiative ihn in einem Lastkahn in die Nordsee, dort wurde er unter unklaren Umständen ausgesetzt. Seither ist offen, was aus ihm geworden ist und ob er noch lebt. Es fehlen Daten von einem Peilsender.

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Der Wal vor Anholt sehe aus, als sei er schon ein paar Tage tot, sagt Seebach. Das Tier sei zehn bis 15 Meter lang. Ein Taucher habe Gewebe aus der Fluke entnommen, der großen Schwanzflosse. Die Probe soll nun nach Deutschland geschickt werden, um zu klären, ob es sich tatsächlich um „Timmy“ handelt.

Unklare Zuständigkeiten bei der Analyse

Wer die Probe analysieren wird, ist unklar. Zunächst hieß es, das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) an der Tierärztlichen Hochschule Hannover sei zuständig. Die Einrichtung erklärte dann aber: „Wir sind gar nicht involviert.“

Kein Peilsender entdeckt

Sowohl dänische als auch deutsche Forscher gingen derzeit davon aus, dass es sich um den Wal von der deutschen Küste handle, sagte Morten Abildstrøm von der dänischen Naturschutzbehörde der dänischen Rundfunkanstalt (DR). Der Peilsender, den die deutsche Initiative am Wal angebracht haben will, wurde bislang allerdings nicht gefunden. Er könnte abgefallen sein, womöglich existierte er auch nie – oder es handelt sich um einen anderen Wal.

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