Asbest in Kinderspielzeug: Gefährliche Fasern in Spielsand und Spielfiguren entdeckt
In Deutschland ist Asbest seit 1993 verboten, doch jetzt wurde der krebserregende Stoff in zahlreichen Spielzeugen für Kinder nachgewiesen. Besonders betroffen sind sandgefüllte, dehnbare Spielfiguren und bunter Spiel- oder Bastelsand. Eltern werden eindringlich gewarnt, ihre Kinderzimmer zu überprüfen.
Rückrufaktionen bei großen Händlern
Seit dem 13. Februar 2026 gab es bereits 13 Rückrufe wegen Asbest in Spielzeug. Bekannte Händler wie Aldi Süd, TK Maxx, Woolworth und Hema haben betroffene Produkte aus dem Verkehr gezogen. Der Spielsand von Jono Toys B.V. wurde beispielsweise vom 15. Januar 2025 bis zum 23. Februar 2026 verkauft und enthält möglicherweise Asbestfasern.
Das Unternehmen rät betroffenen Eltern: „Den offenen Spielsand befeuchten, in einen verschließbaren Beutel geben und fachgerecht über den Recyclinghof entsorgen oder in der Verkaufsstelle zurückgeben.“ Die Nutzung sollte sofort eingestellt werden, da Asbest beim Einatmen schwere Gesundheitsprobleme verursachen kann.
Liste der betroffenen Spielzeuge
Folgende Produkte sind von den Rückrufen betroffen:
- Leuchtender Spiel- und Bastelsand (EAN: 8720847744999) von Jono Toys B.V.
- Jungle Expedition Banana Super Stretch und andere dehnbare Figuren bei Woolworth und Müller
- Spielfigurenserie Stretch Squad bei TK Maxx
- HTI Spielfigurenserien wie Stretcherz Stretch Squad Dinos bei Woolworth
- Dehnbare Pufferz Puffer-Figuren über diverse Handelspartner
- Bastelsets und Sandmalerei-Produkte von Hobbycraft und Top1toys
- HTI Spielfiguren 4er Pack Electro Squad bei Aldi Süd
Asbest: Ein tödliches Erbe
Asbestfasern sind mineralisch und wurden früher als feuerhemmender Baustoff verwendet. Bis in die 1990er Jahre kamen sie in Zement, Fassaden und Bremsbelägen zum Einsatz. Die Fasern können eingeatmet werden, dringen tief in die Lunge ein und verursachen Krankheiten wie Asbestose oder Lungenkrebs. In der gesamten EU ist Asbest seit 2005 verboten.
Trotz des Verbots sterben in Deutschland jährlich etwa 1500 Menschen an den Folgen von Asbest-Erkrankungen. Zwischen 1990 und 2017 waren es über 34.000 Tote. Die Dunkelziffer wird auf rund 15.000 pro Jahr geschätzt. Die Tücke: Die qualvollen Folgen treten oft erst Jahrzehnte nach dem Einatmen ein.
Expertin warnt vor Spielsand aus China
Sonja Pannenbecker (42) von der Verbraucherzentrale Bremen rät: „Wir raten davon ab, Kindern Spielsand, Bastelsand und Montessori-Sandspieltische aus China zum Spielen zu geben. Auch bei buntem Deko-Sand aus China, etwa zum Befüllen von Vasen, sollten Erwachsene vorsichtig sein.“ In Australien konnte kontaminierter Spielsand zu einem Steinbruch in China zurückverfolgt werden.
In den Niederlanden wurden in 25 Proben von Spielsand Asbestfasern nachgewiesen. Mineralogisch handelt es sich um denselben Stoff wie beim industriell genutzten Faser-Asbest der 1960er und 1970er Jahre.
Eltern sollten dringend ihre Spielzeuge überprüfen und bei Verdacht sofort die Rückgabevorschriften der Händler beachten. Die Gesundheit der Kinder steht hier an erster Stelle.



