Endometriose bei Jugendlichen: Warum die Diagnose oft Jahre dauert und wie Eltern helfen können
Endometriose bei Jugendlichen: Späte Diagnose und Elternhilfe

Endometriose bei Mädchen: Eine oft übersehene Erkrankung mit langem Leidensweg

Starke Regelschmerzen bei jungen Mädchen sind nicht immer harmlos – in vielen Fällen verbirgt sich dahinter die chronische Erkrankung Endometriose. Trotz hoher Fallzahlen wird diese bei Jugendlichen häufig erst nach zehn bis fünfzehn Jahren diagnostiziert, was das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Frauenärztin Dr. Michaela Überreiter aus Halle erläutert, worauf Eltern achten sollten, um frühzeitig einzugreifen.

Was ist Endometriose und warum wird sie so spät erkannt?

Endometriose bezeichnet das Wachstum von Gebärmutterschleimhautzellen außerhalb der Gebärmutter, was bei etwa 10-15% der Frauen im gebärfähigen Alter auftritt. Diese fehlplatzierten Herde können in der Gebärmuttermuskulatur, den Eierstöcken, Harnleitern oder sogar im Darm vorkommen und verursachen chronische Entzündungen, Schmerzen und Verwachsungen. Laut Maike Brenütz von der Endometriose-Vereinigung Deutschland dauert es durchschnittlich fünf bis zwölf Jahre, bis die Erkrankung erkannt wird, da Schmerzen oft normalisiert werden, insbesondere bei jungen Mädchen.

Symptome: Woran Eltern Endometriose erkennen können

Die Symptome sind vielfältig und individuell, weshalb Endometriose als "Chamäleon" beschrieben wird. Hauptanzeichen bei Mädchen sind:

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  • Starke Regelschmerzen, die in Rücken und Beine ausstrahlen
  • Keine Besserung durch Wärme oder Schmerzmittel wie Ibuprofen
  • "Endo-Belly": Ein typischer Blähbauch vor oder während der Periode
  • Weitere mögliche Symptome wie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Durchfall, Verstopfung oder zyklusabhängige Beschwerden

Eltern sollten hellhörig werden, wenn die Menstruation den Alltag des Kindes einschränkt, etwa durch Schulausfall oder Sportverzicht.

Diagnose und Behandlung: Herausforderungen bei Jugendlichen

Die Diagnose ist bei jungen Mädchen schwierig, da gynäkologische Untersuchungen traumatisierend sein können. Dr. Überreiter empfiehlt zunächst eine Anamnese und einen vaginalen Ultraschall, wobei sie betont, dass ein Ultraschall über die Bauchdecke allein nicht ausreicht. Zur Behandlung setzt sie bei Jugendlichen zunächst auf Osteopathie oder pflanzliche Mittel wie Mönchspfeffer. Bei Bedarf können auch hormonelle Therapien eingesetzt werden, um das Östrogen zu regulieren und die Schmerzen zu lindern.

Risiken unbehandelter Endometriose und genetische Faktoren

Unbehandelt kann Endometriose zu stärkeren Beschwerden, Organbeeinträchtigungen und Fruchtbarkeitsproblemen führen. Die genaue Ursache ist unbekannt, aber eine genetische Komponente wird vermutet. Eltern sollten besonders aufmerksam sein, wenn es familiäre Vorfälle gibt und ihr Kind über Symptome klagt.

Hilfe für Eltern: Unterstützung und Aufklärung

Die Endometriose-Vereinigung Deutschland in Leipzig bietet konkrete Hilfsangebote, Vernetzung und Aufklärung für Eltern und Betroffene. Maike Brenütz rät zu offenen Gesprächen, gemeinsamer Information und gegebenenfalls einer zweiten medizinischen Meinung. Mit Initiativen wie "Jung und Endo" werden zusätzliche Ressourcen für junge Mädchen bereitgestellt.

Eltern spielen eine Schlüsselrolle, indem sie Beschwerden ernst nehmen und frühzeitig handeln, um den langen Leidensweg ihrer Töchter zu verkürzen.

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