Studie: Zuckerhaltige Getränke könnten Angststörungen bei Jugendlichen verstärken
Zuckerhaltige Getränke könnten Jugendliche ängstlicher machen

Zuckerhaltige Getränke im Verdacht: Könnten sie Jugendliche ängstlicher machen?

Cola, Energy-Drinks und gesüßte Eistees stehen bei vielen Jugendlichen regelmäßig auf dem Speiseplan. Während die gesundheitlichen Risiken von Übergewicht bis Diabetes hinlänglich bekannt sind, rückt nun ein weiterer Aspekt in den Fokus: der mögliche Einfluss auf die psychische Verfassung.

Systematische Analyse zeigt besorgniserregende Tendenz

Forscher der Bournemouth University haben im Journal of Human Nutrition and Dietetics eine umfassende Untersuchung veröffentlicht. Sie werteten neun qualitativ hochwertige Studien aus, die sich mit dem Zusammenhang zwischen zuckergesüßten Getränken und Angstsymptomen bei Jugendlichen beschäftigen. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Sieben der neun Studien fanden einen positiven Zusammenhang, während lediglich zwei keine signifikante Verbindung nachweisen konnten.

Dr. Chloe Casey, Mitautorin der Studie, betont in einer universitären Mitteilung: „Auch wenn wir derzeit keine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung bestätigen können, zeigt unsere Analyse eine problematische Verbindung zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Getränke und Angststörungen bei jungen Menschen.“

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Bis zu 34 Prozent erhöhtes Risiko für Angstsymptome

Die analysierten Studien deuten darauf hin, dass stark zuckerhaltige Getränke mit einem um bis zu 34 Prozent erhöhten Risiko für Angstsymptome verbunden sein könnten. Allerdings handelt es sich überwiegend um Beobachtungsstudien, die keine kausalen Schlüsse zulassen. Es bleibt unklar, ob der Zucker direkt die Ängste verursacht oder ob Jugendliche mit bestehenden psychischen Belastungen häufiger zu süßen Getränken greifen.

Weitere Faktoren wie familiäre Probleme, Schlafstörungen oder genetische Veranlagungen könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Dennoch mahnt Casey zur Aufmerksamkeit: „Angststörungen im Jugendalter haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Umso wichtiger ist es, veränderbare Lebensgewohnheiten zu identifizieren, die helfen könnten, diesen Trend zu bremsen.“

Ernährungsmediziner bestätigt den Zusammenhang

Der DAK Kinder- und Jugendreport 2025 dokumentiert ebenfalls einen Anstieg von Angststörungen bei jungen Menschen in Deutschland. Dr. Matthias Riedl, Ernährungsmediziner am Fachzentrum Medicum Hamburg, erklärt den möglichen Mechanismus: „Es ist hinreichend bekannt, dass Zuckergetränke das Risiko für entzündliche Zivilisationskrankheiten begünstigen, die wiederum das Risiko für Angst und Depressionen fördern.“

Riedl vermutet, dass Zucker das Mikrobiom im Darm schädigen könnte. Die Milliarden von Bakterien in unserem Verdauungstrakt gelten als entscheidender Faktor für die psychische Gesundheit. Eine gestörte Darmflora könnte somit indirekt zu vermehrten Angstsymptomen beitragen.

Fazit: Vorsicht beim Konsum zuckerhaltiger Getränke

Zusammenfassend zeigt die aktuelle Forschung, dass der regelmäßige Konsum von Cola, Limonade und Energy-Drinks nicht nur physische, sondern auch psychische Folgen haben könnte. Während weitere Studien nötig sind, um kausale Zusammenhänge zu beweisen, raten Experten bereits jetzt zur Vorsicht. Eine bewusste Reduktion zuckerhaltiger Getränke könnte ein einfacher Schritt sein, um die mentale Gesundheit von Jugendlichen zu unterstützen.

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