AOK-Statistik 2025: Krankheitstage bleiben auf hohem Niveau
Versicherte der AOK waren im Jahr 2025 durchschnittlich 23,3 Tage wegen Krankheit arbeitsunfähig gemeldet. Dies geht aus aktuellen Daten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) hervor. Die Ausfallzeiten sanken damit leicht gegenüber dem Vorjahr, als es 23,9 Tage waren, verharren aber weiterhin auf einem deutlich erhöhten Niveau. Im Vergleich zum Rekordjahr 2022 mit 24,5 Tagen liegt der Wert nur etwa einen Tag niedriger.
Elektronische Krankschreibung als statistischer Treiber
Laut Wido ist der sprunghafte Anstieg der Krankheitstage ab 2022 maßgeblich auf einen statistischen Effekt zurückzuführen. Die Einführung der elektronischen Krankschreibung führte dazu, dass insbesondere kurzzeitige Erkrankungen vollständiger erfasst wurden. „Seit 2022 werden deutlich mehr Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von Erkrankungen bis zu 14 Tagen registriert“, erklärte das Institut. Dieser Effekt hat die Zahlen nachhaltig beeinflusst und trägt zum anhaltend hohen Niveau bei.
Häufigste Ursachen und lange Ausfallzeiten
Die Analyse zeigt klare Schwerpunkte bei den Krankheitsursachen:
- Über 80 Prozent der Krankschreibungen entfielen auf akute Atemwegserkrankungen, mit durchschnittlich 5,7 Tagen je Fall.
- Muskel-Skelett-Erkrankungen folgten mit knapp 40 Prozent Anteil.
Ein besonderer Faktor für die langen Ausfallzeiten sind psychische Erkrankungen. Diese Diagnosegruppe führt mit durchschnittlich 28,5 Arbeitsunfähigkeitstagen je Fall zu den längsten Fehlzeiten. Die Zunahme psychischer Diagnosen trägt laut Wido wesentlich dazu bei, dass die Krankheitstage insgesamt nicht stärker sinken. Diese Entwicklung wurde bereits im Januar von der DAK-Gesundheit für ihre Versicherten bestätigt.
Langfristiger Trend und Ausblick
Seit dem Höchststand 2022 sind die Krankheitstage zwar rückläufig, bleiben aber klar über dem Niveau von 2021. Die Kombination aus verbesserter Erfassung durch die elektronische Krankschreibung und der steigenden Bedeutung psychischer Erkrankungen prägt die Statistik nachhaltig. Experten betonen, dass diese Faktoren die Arbeitsunfähigkeitsdaten auch in den kommenden Jahren beeinflussen werden.



