Kassenbeiträge steigen für Rentner erst ab März: So senken Sie die Mehrbelastung
Ab März wird es für Millionen Rentner in Deutschland deutlich teurer: Viele gesetzliche Krankenkassen haben zum Jahresbeginn ihre Zusatzbeiträge erhöht, und diese Erhöhungen schlagen nun voll auf die Rentenzahlungen durch. Für Ruheständler bedeutet das eine spürbare finanzielle Mehrbelastung, die im Jahr mehrere hundert Euro betragen kann. Doch es gibt praktische Möglichkeiten, diese Kosten zu reduzieren.
Gesetzliche Verzögerung führt zu späterer Belastung
Der Grund für den verspäteten Beginn der höheren Abzüge liegt in einer gesetzlichen Regelung. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) erklärt, dass die Beiträge für Januar und Februar noch nach den alten Sätzen berechnet wurden. Erst mit der März-Rente wird der erhöhte Krankenkassenbeitrag für pflichtversicherte Rentner abgezogen, wodurch die Auszahlung entsprechend niedriger ausfällt. Diese Verzögerung ist notwendig, da die Rentenversicherung als Zahlstelle mehr Vorlauf für die Umstellung der Beiträge benötigt.
Zum Jahreswechsel haben 35 von 72 gesetzlichen Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge angehoben. Die stärkste Erhöhung lag bei satten 1,10 Prozentpunkten. Während Arbeitnehmer die höheren Beiträge bereits seit Januar tragen müssen, wirkt sich die Anpassung bei Rentnern erst ab März vollständig auf die Rente aus. Die Hälfte des Beitrags zahlen die Rentner selbst, die andere Hälfte übernimmt die Rentenversicherung. Dennoch bleibt am Ende deutlich weniger Geld zum Leben übrig.
Durchschnittsrentner bleiben nicht verschont
Selbst Durchschnittsverdiener im Ruhestand sind von den Beitragserhöhungen betroffen. Die sogenannte Standardrente liegt aktuell bei 1835,55 Euro im Monat. Dieser Wert gilt für 45 Beitragsjahre mit durchschnittlichem Einkommen. Wer diesen Betrag erhält, kann durch einen Wechsel von der teuersten zur günstigsten Krankenkasse rund 240 Euro im Jahr einsparen.
Besonders hart trifft es Rentner mit zusätzlichen Einkünften, beispielsweise aus Betriebsrenten oder Nebentätigkeiten. Auch hier müssen sie mit höheren Krankenkassenbeiträgen rechnen. Aljoscha Ziller, Geschäftsführer von Verivox, warnt: „Die Beitragserhöhungen zeigen, dass die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung unter Druck steht. Für Versicherte bedeutet das höhere Kosten, ohne dass sich die Leistungen verbessern.“
Wechsel der Krankenkasse kann erhebliche Ersparnisse bringen
Die gute Nachricht ist, dass Rentner die Mehrkosten nicht einfach hinnehmen müssen. Ein Wechsel der Krankenkasse kann sich finanziell erheblich lohnen. Der Zusatzbeitrag liegt derzeit zwischen 2,18 und 4,39 Prozent. Die folgende Tabelle zeigt die möglichen jährlichen Ersparnisse beim Wechsel von der teuersten zur günstigsten Krankenkasse in Abhängigkeit von der Brutto-Rente:
- 1200 Euro Brutto-Rente: ca. 157 Euro Ersparnis pro Jahr
- 1300 Euro Brutto-Rente: ca. 170 Euro Ersparnis pro Jahr
- 1400 Euro Brutto-Rente: ca. 184 Euro Ersparnis pro Jahr
- 1500 Euro Brutto-Rente: ca. 197 Euro Ersparnis pro Jahr
- 1600 Euro Brutto-Rente: ca. 210 Euro Ersparnis pro Jahr
- 1700 Euro Brutto-Rente: ca. 223 Euro Ersparnis pro Jahr
- 1800 Euro Brutto-Rente: ca. 235 Euro Ersparnis pro Jahr
- 1835,55 Euro Brutto-Rente: ca. 240 Euro Ersparnis pro Jahr
- 1900 Euro Brutto-Rente: ca. 249 Euro Ersparnis pro Jahr
- 2000 Euro Brutto-Rente: ca. 262 Euro Ersparnis pro Jahr
- 2100 Euro Brutto-Rente: ca. 275 Euro Ersparnis pro Jahr
- 2200 Euro Brutto-Rente: ca. 288 Euro Ersparnis pro Jahr
- 2300 Euro Brutto-Rente: ca. 301 Euro Ersparnis pro Jahr
- 2400 Euro Brutto-Rente: ca. 313 Euro Ersparnis pro Jahr
- 2500 Euro Brutto-Rente: ca. 327 Euro Ersparnis pro Jahr
Ein Wechsel kann sich besonders lohnen, da rund 95 Prozent der Leistungen gesetzlich vorgeschrieben sind und bei allen Krankenkassen gleich sind. Unterschiede gibt es vor allem bei freiwilligen Extras, die jedoch oft nicht entscheidend für die Grundversorgung sind.



