Junge Frau aus Traunstein benötigt dringend Stammzellspende nach Leukämie-Diagnose
Tanja aus Waging am See ist erst 18 Jahre alt und steht mitten im Leben. Die Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, das Engagement bei der Wasserwacht und der Feuerwehr sowie die Freude an der bayerischen Bergwelt prägten bisher ihren Alltag. Doch kurz nach Neujahr änderte sich alles schlagartig für die junge Frau aus dem Landkreis Traunstein.
Diagnose kurz nach Silvester: Ein Albtraum beginnt
"Es war ein gscheider Schock", beschreibt ihr Bruder Simon Ostermann den Moment, als bei seiner Schwester die Leukämie diagnostiziert wurde. Was mit leichten Knieschmerzen begann, entpuppte sich bei genauerer Laboruntersuchung als Blutkrebs. Seit Anfang Januar befindet sich Tanja im Krankenhaus, erhält Chemotherapie und muss aufgrund ihres geschwächten Immunsystems isoliert leben.
Die lebensfrohe junge Frau, die auf Bildern im Dirndl oder in der Natur zu sehen ist, muss nun ihre Ausbildung pausieren und den Kontakt zu Menschenmengen meiden. "Das ist das Wichtigste, was wir einhalten müssen", erklärt ihr Bruder. Selbst das Faschingstreiben verfolgte die Familie nur aus sicherer Entfernung, um Tanja ein wenig Teilhabe zu ermöglichen.
Große Solidarität, aber noch kein passender Spender
Das Bayerische Rote Kreuz, die Feuerwehr und die Wasserwacht haben bereits mehrere Typisierungsaktionen organisiert. Über 1600 Personen teilten den Aufruf allein auf Facebook. Doch bisher wurde noch kein genetisch passender Stammzellspender für Tanja gefunden - auch innerhalb der Familie gibt es keine geeignete Person.
"Je mehr Menschen typisiert sind, desto größer ist die Chance, für Betroffene einen genetisch passenden Spender zu finden", betont das Bayerische Rote Kreuz. Dabei ist Tanja nicht die einzige Patientin in der Organisation, die dringend Hilfe benötigt. Anne (38) aus dem Kreisverband Rosenheim kämpft ebenfalls gegen den zurückgekehrten Blutkrebs und sucht nach einem Spender.
So einfach kann jeder helfen
Eine Registrierung als potenzieller Stammzellspender ist laut den Experten "einfach, kostenlos und schmerzfrei". Interessierte können sich bei der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) oder anderen anerkannten Stammzellspenderdateien wie der DKMS registrieren lassen.
Die Typisierung erfolgt entweder durch einen Wangenabstrich oder eine Blutentnahme. Jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren kann sich registrieren lassen, wobei 17-Jährige erst ab ihrem 18. Geburtstag aktiv werden. Die Altersgrenze für eine tatsächliche Spende liegt bei 61 Jahren.
Was ist Leukämie eigentlich?
Die DKMS erklärt Leukämie als Sammelbegriff für verschiedene bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems. Dabei vermehren sich entartete Blutzellen unkontrolliert und verdrängen die gesunden Blutbestandteile. Die Folgen sind gravierend: Der Sauerstofftransport wird beeinträchtigt, Infektionen können nicht mehr ausreichend bekämpft werden und die Blutgerinnung funktioniert nicht mehr richtig.
Die Wahrscheinlichkeit, nach einer Registrierung tatsächlich zum Spender zu werden, liegt bei etwa einem Prozent. Doch dieser eine Prozent kann über Leben und Tod entscheiden. "Man kann helfen, indem man sich bei der DKMS oder der AKB registriert. Es ist nicht nur für Tanja wichtig, sondern für alle Betroffenen, die an Leukämie erkrankt sind", appelliert Tanjas Bruder.
Familie und Unterstützer geben Kraft
In dieser schweren Zeit versucht die Familie, Tanja so viel Normalität wie möglich zu geben. Gemeinsame Mahlzeiten, Spieleabende und das Training mit ihrem neuen Hund bringen Ablenkung und Freude. Die enorme Unterstützung aus der Gemeinschaft tut der 18-Jährigen gut.
"Sie findet es stark, dass so viele helfen, und das macht sie glücklich. Sie würde sich am liebsten bei jedem Einzelnen bedanken", berichtet Simon Ostermann über seine Schwester. Trotz der schweren Erkrankung bewahrt Tanja ihren Lebensmut und ihre Dankbarkeit für jede Form der Unterstützung.
Die Suche nach einem passenden Stammzellspender läuft weiter auf Hochtouren. Jede neue Registrierung erhöht nicht nur Tanjas Chancen, sondern kann auch anderen Leukämie-Patienten das Leben retten.



