Bundesliga-Star Eren Dinkci offenbart persönliche Krise: Freundin an Blutkrebs erkrankt
Der Bundesliga-Profi Eren Dinkci vom 1. FC Heidenheim hat sich in einem emotionalen Interview zu einer schwerwiegenden persönlichen Krise geäußert. Seine Lebensgefährtin Cinja ist an Leukämie, einer Form von Blutkrebs, erkrankt. Der 24-jährige Flügelstürmer beschrieb die Diagnose als „Riesenschock“, der das Leben des Paares von Grund auf verändert hat.
Öffentliche Bekanntmachung trotz anfänglicher Bedenken
Am Dienstag gaben sowohl Dinkcis Leihverein 1. FC Heidenheim als auch sein Stammklub SC Freiburg die Erkrankung in einem gemeinsamen Statement bekannt. Dinkci erklärte gegenüber Bild, dass seine Freundin zunächst Sorgen bezüglich negativer Reaktionen in den sozialen Medien hatte. „Sie hatte große Angst, dass dumme Kommentare kommen. Das ist ja leider oft so auf Social Media“, so der Fußballprofi. Doch die Befürchtungen bestätigten sich nicht – stattdessen erreichten das Paar zahlreiche Genesungswünsche und unterstützende Nachrichten.
Dinkci betonte die Bedeutung der öffentlichen Thematisierung: „Ich glaube, man sollte dieses Thema einfach groß machen. Ich habe durch meinen Job das Privileg, viele Menschen zu erreichen – gerade in dieser riesigen Fußball-Community.“
Diagnose im Januar: Ein Tag, der alles veränderte
Ende Januar erhielt Cinja die niederschmetternde Diagnose. Dinkci erinnerte sich: „Es war ein Riesenschock. Ich war der Erste, der davon wusste. Ich habe mich nicht getraut, es ihr direkt zu sagen. Als es sich dann bestätigt hat, waren wir natürlich komplett schockiert. Das war ein Scheißtag.“ Der Angreifer gestand, dass er kaum konkrete Erinnerungen an diesen verhängnisvollen Tag habe. „Ich weiß nur noch, dass ich den Trainer heulend angerufen habe, um ein paar Tage bei ihr bleiben zu können und frei zu bekommen.“
Aktuell geht es seiner Partnerin „den Umständen entsprechend“ gut. Sie wird ambulant behandelt, während Dinkci versucht, einen Weg im Umgang mit der Situation zu finden. „Der Fußball hilft mir, das ist mein Anker geworden“, erklärte er. „Im Spiel nehme ich mir vor, 90 Minuten alles zu geben – auch für sie.“
Appell für Stammzellenspenden
In einem gemeinsam mit Heidenheim und Freiburg veröffentlichten Video schildert Dinkci nicht nur den Hintergrund der Erkrankung, sondern richtet einen dringenden Appell an die Öffentlichkeit. Da sich innerhalb der Familie kein geeigneter Spender finden ließ, wird nun ein Fremdspender gesucht. Die überwältigende Resonanz, insbesondere aus der Fußballbranche, habe Dinkci „besonders berührt“.
Der Bundesliga-Profi nutzt seine Plattform bewusst, um auf die Bedeutung von Stammzellenspenden aufmerksam zu machen. Bei einer Stammzellentransplantation werden erkrankte Knochenmarkszellen durch gesunde ersetzt – ein Verfahren, das für viele Blutkrebspatienten die letzte Hoffnung darstellt. „Es geht nicht nur um meine Partnerin, sondern um so viele Menschen, die darauf warten“, betonte Dinkci. „Egal welche Blutgruppe – jeder sollte sich informieren und registrieren. Wenn man sieht, wie viele Menschen betroffen sind, merkt man, wie wichtig dieses Thema ist.“
Die Erkrankung seiner Lebensgefährtin hat Eren Dinkcis Perspektive grundlegend verändert. Während er auf dem Platz weiterhin für seinen Verein kämpft, setzt er sich abseits des Rasens für eine Sache ein, die ihm persönlich enorm am Herzen liegt. Sein offener Umgang mit der privaten Krise und der öffentliche Aufruf zur Spendenbereitschaft zeigen, wie Sportler ihre Reichweite für gesellschaftlich relevante Themen nutzen können.



