Roboter-assistierte Lungenkrebs-OP rettet Leben: Essener Patient berichtet von Erfolg
Roboter-OP bei Lungenkrebs: Essener Patient berichtet

Roboter-assistierte Operation revolutioniert Lungenkrebs-Behandlung

Lungenkrebs bleibt die tödlichste Krebsart in Deutschland. Jetzt belegen internationale Studien einen bahnbrechenden Fortschritt: Bei minimalinvasiven Operationen, die durch schlüssellochgroße Öffnungen durchgeführt werden, steigen die Überlebenschancen der Patienten um beeindruckende 20 Prozent. Immer mehr erfahrene Chirurgen setzen dabei auf die Unterstützung durch OP-Roboter. Ein eindrucksvolles Beispiel ist der Fall von Ralf Weissfeld, dessen lebensrettender Eingriff an der Ruhrlandklinik des Universitätsklinikums Essen stattfand.

Vom Routine-Check zur Krebsdiagnose

Im Herbst 2025 unterzog sich der 60-jährige Monteur für Schwingungsisolierungen einer arbeitsmedizinischen Untersuchung. Dabei fielen Ärzten Auffälligkeiten auf: Das Lungenvolumen von Ralf Weissfeld war deutlich vermindert. Die anschließende Diagnose traf ihn hart – ein fünf Zentimeter großer bösartiger Tumor hatte sich im linken unteren Lungenlappen eingenistet, zusätzlich war bereits ein Lymphknoten befallen. Nach vier intensiven Chemotherapie-Behandlungen und einer begleitenden Immuntherapie entschied sich Weissfeld für die modernste Operationsmethode.

Der DAVINCI-Roboter im Einsatz

Am 20. Februar dieses Jahres führte Thoraxchirurgin Dr. Natalie Baldes den entscheidenden Eingriff durch – assistiert von einem hochmodernen OP-Roboter. „Innerhalb der letzten Jahre ist die Quote minimalinvasiver Eingriffe bereits auf 80 Prozent gestiegen“, erklärt Dr. Baldes. „Mit dem Einsatz des Roboters können wir diese Rate auf bis zu 90 Prozent erhöhen. Die Technologie bietet während der Operation eine perfekte Sicht und ermöglicht es, selbst komplizierte OP-Schritte deutlich einfacher durchzuführen. Die Patienten erholen sich wesentlich schneller als bei traditionellen offenen Operationsverfahren.“

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Fünf Wochen nach dem mehrstündigen Eingriff sind die kleinen Narben an Oberkörper und Rücken bereits gut verheilt. Für Ralf Weissfeld beginnt nun eine einjährige Nachbehandlung: Eine exakt auf seinen Krebs zugeschnittene Immuntherapie mit zweiwöchentlichen Infusionen soll eventuelle Mikrometastasen eliminieren. „Die robotergestützte Operation ist faszinierend“, sagt der Patient. „Ich bin unendlich dankbar, dass die Ärzte mir mit dieser modernen Technik so effektiv helfen konnten.“

Forschung made in NRW

Der Fall von Ralf Weissfeld steht exemplarisch für die Forschungsdurchbrüche, die in Nordrhein-Westfalen erzielt werden. Wissenschaftsministerin Ina Brandes treibt dieses Thema entschlossen voran: „Das Tempo, mit dem neue Therapiemöglichkeiten auf den Markt kommen, hat ein Schwungrad in Gang gesetzt. Wir werden mehrere Hundert Millionen Euro aus dem Sondervermögen in die Krebstherapie und -forschung investieren. Ich sehe es als unsere Verpflichtung an, den medizinischen Fortschritt aktiv zu unterstützen.“

KI-gestütztes Screening startet im April

Prof. Dr. Martin Schuler vom Westdeutschen Tumorzentrum setzt zusätzlich auf ein innovatives Screeningprogramm, das am 1. April starten soll. Dabei kommt auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz: „Wir können viel erreichen, wenn wir Krebs frühzeitig erkennen. Die KI können wir mit dem Wissen zahlreicher erfahrener Mediziner trainieren. Am Ende wird dadurch die Auswertung radiologischer Befunde präziser und schneller in der Erkennung bösartiger Veränderungen“, erläutert Schuler die vielversprechende Methode.

Bevor Ralf Weissfeld den nächsten Therapieschritt antritt, plant er zunächst eine Auszeit: Mit dem Wohnwagen möchte er zur Nordsee fahren. „Durchatmen mit dem krebsfreien Rest meiner Lunge“, scherzt der 60-Jährige. Im Urlaub will er neue Kraft sammeln für das kommende Jahr mit regelmäßigen Infusionen – eine Immuntherapie, die aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken ist und weitere Fortschritte in der Krebsbehandlung symbolisiert.

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