Forsa-Umfrage: Frauen leiden deutlich stärker unter Zeitumstellung als Männer
Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit zeigt deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Auswirkungen der Zeitumstellung. Frauen sind demnach erheblich stärker von den negativen Folgen betroffen als Männer.
Schlafprobleme und Gereiztheit bei Frauen häufiger
Laut der repräsentativen Erhebung gaben 38 Prozent der befragten Frauen an, bereits gesundheitliche Beschwerden nach der Zeitumstellung erlebt zu haben. Bei den Männern liegt dieser Wert mit 22 Prozent deutlich niedriger. Die häufigsten Symptome sind:
- Müdigkeit und Schlappheit
- Einschlafprobleme und Schlafstörungen
- Gereiztheit und Konzentrationsschwierigkeiten
Insgesamt fühlen sich etwa 30 Prozent aller Befragten durch den Dreh an der Uhr beeinträchtigt, wobei dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben ist.
Detailierte Umfrageergebnisse
Für die Studie wurden 1.005 Personen ab 14 Jahren befragt. Unter den Betroffenen gaben 78 Prozent an, sich nach der Zeitumstellung müde und schlapp zu fühlen. Zwei Drittel klagten über Einschlafprobleme und Schlafstörungen, während 44 Prozent Konzentrationsschwierigkeiten bemerkten.
Zeitumstellung bleibt umstritten
Die halbjährliche Zeitumstellung ist seit Jahren Gegenstand kontroverser Diskussionen. In Deutschland gibt es die Sommerzeit seit 1980, die EU-weite Einführung erfolgte 1996. Bereits 2018 hatte die Europäische Kommission vorgeschlagen, die Zeitumstellung in der EU zu beenden, nachdem sich in einer Online-Befragung mehr als 80 Prozent der Teilnehmenden dafür ausgesprochen hatten.
Die Kommission hat eine Studie zu den möglichen Folgen einer Abschaffung in Auftrag gegeben, die bis Ende des Jahres vorliegen soll. Laut der aktuellen Forsa-Umfrage halten etwa 71 Prozent der Deutschen die Zeitumstellung für überflüssig, wobei die über Sechzigjährigen zu den stärksten Befürwortern der Abschaffung gehören, obwohl sie vergleichsweise wenig darunter leiden.
Die Mitgliedstaaten sollen laut Kommissionsplänen selbst entscheiden, ob sie dauerhaft Sommer- oder Winterzeit beibehalten wollen, wobei eine Abstimmung untereinander erfolgen muss, um Probleme im Binnenmarkt zu vermeiden. Eine gemeinsame Position der EU-Staaten steht jedoch bis heute aus.



