Frühstart der Pollensaison: Haselnusspollen plagen Allergiker bereits im März
Während sich die Natur langsam aus dem Winterschlaf erhebt und die ersten Frühlingsboten erscheinen, bedeutet diese Jahreszeit für Millionen Deutsche vor allem eines: den Beginn der Heuschnupfen-Saison. Bereits jetzt, im März 2026, sind die ersten Pollen unterwegs und machen Allergikern das Leben schwer.
Haselnuss als Hauptverursacher der frühen Pollenbelastung
Der Deutsche Wetterdienst meldete bereits Mitte Februar geringe bis mittlere Belastungen durch Haselnusspollen, in einigen Regionen Deutschlands sogar hohe Konzentrationen. Laut dem Polleninformationsdienst befinden sich die Haselsträucher vielerorts bereits auf dem Höhepunkt ihrer Blüte, was für Allergiker eine besondere Herausforderung darstellt.
„Die plötzliche Umstellung von Winter auf Vor- bis Vollfrühling und die damit verbundene Dynamik beim Pollenflug sind dieses Jahr wahrlich beeindruckend“, heißt es in einem aktuellen Update des Polleninformationsdienstes. Die frühblühenden Windbestäuber hätten in den vergangenen Tagen ideale Bedingungen vorgefunden – mit viel Sonnenschein und milden Temperaturen.
Wetter als entscheidender Faktor für Pollenflug
Die Pollenflugsaison beginnt normalerweise Ende Januar mit Erle und Haselpollen, gefolgt von Weide, Esche und Pappel im Februar. Im März kommen dann Eiche und Birke hinzu. Doch diese Abfolge kann sich durch ungewöhnliche Witterungsbedingungen deutlich verschieben.
Im Jahr 2000 wurden beispielsweise nach einem besonders milden Herbst schon am 4. Dezember die ersten Haselpollen nachgewiesen. Dies zeigt, wie flexibel Pflanzen auf Temperaturbedingungen reagieren und wie stark der Pollenflug vom Wetter abhängt.
Bei einsetzendem Regen werden schwebende Pollen nach unten gedrückt, was zunächst zu einer erhöhten Belastung führt. Nach dem Regen sinkt die Pollenkonzentration hingegen deutlich. Auch Wind spielt eine entscheidende Rolle bei der Verteilung von Pollen – besonders bei windbestäubenden Pflanzen wie Erle, Birke und Hasel.
Symptome und Diagnose einer Haselpollenallergie
Eine Allergie gegen Haselpollen äußert sich durch klassische Heuschnupfen-Symptome:
- Niesattacken und laufende Nase
- Juckende und tränende Augen
- Hustenreiz und Atembeschwerden
- In schweren Fällen sogar asthmatische Anfälle
Die Symptome verschlimmern sich typischerweise, wenn sich Betroffene in der Nähe windbestäubender Bäume aufhalten oder bei geöffnetem Fenster schlafen. Häufig geht eine Haselpollenallergie mit Kreuzallergien auf Äpfel, Nüsse und Steinobst einher.
Eine endgültige Diagnose kann jedoch nur ein Allergietest beim Arzt stellen. Dieser ermittelt nicht nur die Art der Allergie, sondern auch deren Schweregrad und mögliche Behandlungsoptionen.
Praktische Tipps für Pollenallergiker
Für die etwa 16 Prozent der Deutschen, die unter einer Pollenallergie leiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Belastung zu reduzieren:
- Pollenabwehr im Haus: Pollenschutzgitter an Fenstern und Türen oder Luftreiniger können die Pollenbelastung in Innenräumen deutlich senken.
- Hygienemaßnahmen: Nach Aufenthalten im Freien sollten Kleidung gewechselt und Haare gewaschen werden, um anhaftende Pollen zu entfernen.
- Schutzausrüstung: Das Tragen einer Mund-Nasen-Maske und einer Sonnenbrille kann Pollenkontakt reduzieren.
- Medikamentöse Behandlung: Nasensprays, Augentropfen und Notfallmedikamente können vom Hausarzt verschrieben werden.
- Zeitliche Planung: Da die Pollenkonzentration in der Luft abends sinkt, empfiehlt es sich, Aktivitäten im Freien nach 18 Uhr zu planen.
Die Hasel: Lästig für Allergiker, nützlich für Natur und Garten
Obwohl Haselsträucher für Allergiker zur Plage werden können, haben sie auch viele positive Eigenschaften. Die Gemeine Hasel, auch als Haselnussstrauch bekannt, ist eine pflegeleichte und dekorative Gartenpflanze, die bis etwa Mitte Mai Pollen freisetzt.
Haselnusssträucher tragen sowohl männliche als auch weibliche Blüten, wobei nur die männlichen die charakteristischen Kätzchen bilden. In diesen Kätzchen sind Millionen von Pollenkörpern enthalten, die für die starke allergene Wirkung verantwortlich sind.
Für Gartenbesitzer, die die Vorteile der Hasel nutzen möchten, gilt: Die Sträucher bevorzugen sonnige Standorte und sollten mindestens zu zweit gepflanzt werden, da es sich um Fremdbefruchter handelt. Staunässe sollte vermieden werden, ansonsten stellt die Haselnuss keine besonderen Ansprüche.
Nicht nur Menschen profitieren von der Hasel: Eichhörnchen, Eichelhäher und Haselmäuse lieben die nahrhaften Nüsse, die ab September reifen. Auch kulinarisch hat die Hasel viel zu bieten – von gerösteten Nüssen bis hin zu leckeren Nusskuchen.
Mit dem fortschreitenden Frühling werden sich die Pollenbelastungen voraussichtlich noch verstärken. Allergiker sollten daher frühzeitig Vorkehrungen treffen und bei anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen.



