Prostata-OP und Sexualität: Was Männer über Folgen für Libido und Erektionsfähigkeit wissen müssen
Prostata-OP: Auswirkungen auf Sexualleben und Libido bei Männern

Prostata-Operationen und ihre Auswirkungen auf das Sexualleben

Ein chirurgischer Eingriff an der Prostata stellt für viele Männer einen tiefgreifenden Einschnitt dar, der sich erheblich auf das Sexleben auswirken kann. Von Veränderungen beim Samenerguss bis hin zu Beeinträchtigungen der Erektionsfähigkeit reichen die möglichen Folgen, wobei die Art des Eingriffs eine entscheidende Rolle spielt. Patienten, denen eine solche Operation bevorsteht, stellen sich daher berechtigte Fragen: Worauf muss ich mich konkret einstellen und welche Veränderungen sind zu erwarten?

Die Prostata als Apfelsine: Ein bildhafter Vergleich

Axel Merseburger von der Deutschen Gesellschaft für Urologie erläutert die unterschiedlichen Operationsmethoden anhand eines einprägsamen Vergleichs. Man müsse sich die Prostata wie eine Apfelsine vorstellen, bei der je nach medizinischer Indikation unterschiedlich tiefgreifend operiert wird.

Fall 1: Teilweise Ausschabung bei gutartigen Vergrößerungen

Bei gutartigen Prostatavergrößerungen, die häufig Probleme beim Wasserlassen verursachen, wird oft nur das innere Gewebe entfernt – vergleichbar mit dem Herausschälen des Fruchtfleisches einer Apfelsine. Da die für die Sexualfunktion wichtigen Nervenbahnen außen an der „Schale“ liegen, bleiben Erektionsfähigkeit und Kontinenz in der Regel vollständig erhalten, erklärt der Urologe.

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Allerdings kann es bei dieser Operationsmethode zu einem sogenannten „stummen Samenerguss“ kommen, bei dem die Ejakulation ausbleibt. Der Orgasmus selbst ist weiterhin möglich und wird von den meisten Patienten normal empfunden, betont Merseburger. Die Libido werde durch diesen Eingriff weder verbessert noch verschlechtert – was vorher an Lust vorhanden war, bleibe grundsätzlich erhalten.

Fall 2: Komplette Entfernung bei Prostatakrebs

Bei bösartigen Tumoren wird häufig die gesamte Prostata entfernt, was im bildlichen Vergleich dem Entfernen der kompletten Apfelsine inklusive der Schale entspricht. Hierbei können Nervenverbindungen beschädigt werden, die für die Erektionsfähigkeit essentiell sind. Ob und in welchem Umfang Erektionsprobleme auftreten, hängt laut Merseburger von mehreren Faktoren ab:

  • Ob nervenschonend operiert wurde
  • Der allgemeinen körperlichen Verfassung des Patienten
  • Individuellen Voraussetzungen und Heilungsverlauf

Nach vollständiger Prostataentfernung ist der Samenerguss immer trocken und die Fruchtbarkeit dauerhaft verloren. Der Orgasmus kann sich manchmal kürzer oder weniger intensiv anfühlen, wobei diese Wahrnehmung individuell stark variiert.

Unterstützende Maßnahmen und psychologische Aspekte

Für Männer mit Erektionsproblemen nach einer Prostata-OP stehen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung:

  1. Medikamentöse Therapien wie PDE5-Hemmer (darunter bekannte Mittel wie Viagra)
  2. Penisprothesen als Implantate mit Pumpmechanismus
  3. Sexualtherapeutische Begleitung zur Bewältigung der Veränderungen

Die Libido an sich werde durch die Operation meist nicht direkt beeinträchtigt, so Merseburger. Allerdings könne die Gesamtsituation – eine Krebsdiagnose, mögliche Nebenwirkungen der Behandlung und allgemeine Ängste – indirekt zu einer Veränderung des Lustempfindens führen. Offene Gespräche zwischen Partnern und mit behandelnden Ärzten sind daher von großer Bedeutung, um mit den Veränderungen im Sexualleben konstruktiv umgehen zu können.

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