Stress als größter Schlafräuber: Neue Studie offenbart weit verbreitete Schlafprobleme
Viele Erwachsene in Deutschland kämpfen regelmäßig mit Schlafstörungen, die sich negativ auf ihren Alltag auswirken. Das zeigt eine aktuelle, von Resmed in Auftrag gegebene Studie mit dem Titel "Resmed Global Sleep Survey 2026", für die insgesamt 30.000 Menschen in 13 Ländern befragt wurden, darunter 2.000 in Deutschland. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass erholsamer Schlaf für zahlreiche Menschen schwer erreichbar bleibt.
Schlechter Start in den Tag: Snooze-Taste als Indikator für Müdigkeit
Bereits beim Aufstehen machen sich Schlafdefizite bemerkbar. Laut der Studie drücken 47 Prozent der deutschen Befragten mindestens einmal pro Woche die Snooze-Taste, 19 Prozent sogar täglich. Dies signalisiert, dass der Tag für viele mit anhaltender Müdigkeit beginnt. Holger Woehrle, Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie und Schlafmedizin am Lungenzentrum Ulm und Schlaf- und Beatmungszentrum Blaubeuren, erklärt: "Viele drücken morgens reflexartig auf 'Snooze'. Schädlich ist das zwar nicht, wirklich hilfreich ist es meist aber auch nicht." Er warnt vor fragmentiertem Schlaf, der durch wiederholtes Einschlafen und Aufwachen entsteht und eher müder macht. Stattdessen rät er, den Wecker auf die tatsächliche Aufstehzeit zu stellen und direkt aufzustehen.
Hauptursachen für Schlafprobleme: Stress, Ängste und berufliche Belastungen
Die Studie identifiziert Stress und Angst als zentrale Hindernisse für erholsamen Schlaf, gefolgt von bestehenden Schlafstörungen und beruflichen Anforderungen. 33 Prozent der Befragten nennen Stress und Angst als Hauptfaktoren, 26 Prozent leiden unter Schlafstörungen, und 19 Prozent sehen berufliche Anforderungen als Problem. Diese Belastungen wirken sich direkt auf den nächsten Tag aus: 38 Prozent berichten von ausgeprägter Tagesmüdigkeit, ebenso viele von erhöhter Reizbarkeit, 32 Prozent fühlen sich gestresster, und 27 Prozent haben Konzentrationsprobleme.
Holger Woehrle betont: "Stress ist einer der größten 'Schlafräuber'. Der Körper bleibt im Alarmmodus, Herzschlag und Stresshormone fahren nicht herunter." Er empfiehlt Abendrituale, um dem Körper das Signal zum Runterfahren zu geben. Dazu gehören:
- Eine digitale Pause von 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen, ohne Mails, Nachrichten oder Social Media.
- Das Aufschreiben von Gedanken auf einem "To-do-Parkplatz", um das Gehirn zu entlasten.
- Entspannungstechniken wie Atemübungen, progressive Muskelentspannung oder Meditation.
Sein Fazit: "Wichtig ist, Stress nicht im Bett zu bearbeiten – das Bett sollte ausschließlich mit Schlaf und Erholung verbunden sein."
Auswirkungen auf den Berufsalltag: Leistungsfähigkeit und Krankschreibungen
Die Studie zeigt auch gravierende Auswirkungen auf den Berufsalltag. 58 Prozent der Befragten geben an, dass schlechter Schlaf ihre Leistungsfähigkeit oder Konzentration beeinträchtigt. 56 Prozent haben sich mindestens einmal wegen Müdigkeit krankgemeldet, und 40 Prozent berichten von wiederkehrenden Ausfällen mehrmals pro Jahr oder häufiger. Dies unterstreicht die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen von Schlafmangel.
Praktische Tipps bei Einschlafproblemen und nächtlichem Aufwachen
Für Situationen, in denen das Einschlafen nicht gelingt, rät Woehrle: "Wenn man nach etwa 20 Minuten merkt, dass das Einschlafen nicht klappt, sollte man aufstehen, kurz in ein anderes Zimmer gehen und etwas tun, zum Beispiel lesen, etwas trinken oder seine Gedanken notieren." Dies durchbricht die Verbindung zwischen dem Bett als Grübelort und beruhigt das Stresshormonsystem.
Bei nächtlichem Aufwachen empfiehlt er, nicht auf die Uhr zu schauen, um zusätzlichen Stress zu vermeiden, und das Licht gedimmt zu lassen, um dem Körper nicht Wachsignale zu senden. Tiefe Atmung, beispielsweise vier Sekunden einatmen und sechs Sekunden ausatmen, kann die innere Anspannung senken.
Zum Mythos, dass Schlaf vor Mitternacht der beste sei, sagt Woehrle: "Korrekt ist: Im ersten Drittel des Schlafs findet der meiste Tiefschlaf statt, und dieser ist besonders erholsam." Die ideale Zubettgehzeit hänge vom persönlichen Schlafrhythmus ab, nicht von der Uhrzeit.



