Innovative Behandlung im Mutterleib rettet Baby Issa
Noch im Mutterleib kämpfte ein Baby um sein Überleben – ein seltener Tumor schnürte ihm beinahe die Luft ab. Doch Ärzte aus Deutschland und Frankreich wagten einen medizinischen Schritt, den es in dieser Form zuvor noch nicht gegeben hatte. Sie behandelten das ungeborene Kind bereits im Mutterleib erfolgreich. Der kleine Issa überlebte und ist heute bei bester Laune.
Dramatische Entdeckung bei Routineuntersuchung
In der Entbindungsklinik in Mülhausen entdeckten Mediziner bei einer Routineuntersuchung einen massiven Tumor im Halsbereich eines ungeborenen Kindes. Die Ursache war das sogenannte Kasabach-Merritt-Syndrom, eine äußerst seltene Erkrankung, die mit einem gefährlichen Gefäßtumor einhergeht. Gegen Ende des siebten Schwangerschaftsmonats stand fest: Der Fötus war schwer erkrankt. Die Schwellung wuchs rapide und breitete sich vom Hals über den gesamten unteren Teil des Gesichts aus.
„Der Tumor im Halsbereich hat die Atmung des Babys massiv gefährdet“, erklärte der Arzt Chris Minella später in der Entbindungsklinik in Mülhausen. Die Ärzte fürchteten, dass das Kind nach der Geburt nicht eigenständig atmen könnte. Eine dramatische Situation, die nach sofortiger medizinischer Intervention verlangte.
Pränatale Therapie aus Lyon
Die behandelnden Ärzte suchten Unterstützung bei einem auf seltene Erkrankungen spezialisierten Referenzzentrum in Lyon. Dort schlugen die Experten eine innovative pränatale Therapie vor. Die Mutter nahm daraufhin ein spezielles Medikament oral ein, das die Neubildung von Blutgefäßen hemmt und so das unkontrollierte Wachstum des lebensbedrohlichen Tumors stoppen sollte.
Der Plan ging auf: Das Tumorwachstum konnte erfolgreich gebremst werden. Am 14. November 2025 kam der kleine Issa per Kaiserschnitt zur Welt. Der Tumor war deutlich geschrumpft, und entgegen aller Befürchtungen musste das Neugeborene nicht intubiert werden, um atmen zu können.
Erfolgreicher Verlauf und positive Prognose
Issas behandelnde Ärztin Alexandra Spiegel-Bouhadid sprach von einer „außergewöhnlichen Behandlung“. Dank der pränatalen Therapie konnte die Fehlbildung stabilisiert werden. Einen Monat nach seiner Geburt wurde der kleine Junge aus dem Krankenhaus entlassen und wird seitdem regelmäßig medizinisch untersucht.
Heute ist Issa drei Monate alt. Ein Geschwulst im unteren Gesichtsbereich ist zwar noch sichtbar, doch seine 34-jährige Mutter Viviane berichtet, dass ihr Sohn „isst gut und wächst“. Trotz des Tumors sei Issa „ein normales Kind“ mit bester Laune. Die innovative Behandlung hat nicht nur sein Leben gerettet, sondern ermöglicht ihm auch eine normale Entwicklung.
Diese medizinische Erfolgsgeschichte zeigt, wie internationale Zusammenarbeit und innovative Therapieansätze selbst in aussichtslos erscheinenden Fällen Hoffnung geben können. Die pränatale Behandlung des Kasabach-Merritt-Syndroms markiert einen wichtigen Meilenstein in der fetalen Medizin.



