Ben (9) verliert Hände und Augenlicht: So kämpft er sich zurück
Ben (9) verliert Hände und Augenlicht: Sein Kampf

Ein schrecklicher Unfall hat das Leben des neunjährigen Ben aus Ludwigslust völlig verändert. Nach einem Böllerfund in einem Waldstück bei Neu Krenzlin verlor er beide Hände und sein Augenlicht. Seit dem 19. April liegt der Junge in der Uniklinik Lübeck, seine Mutter Carmen Brosius ist ständig an seiner Seite.

Der Unfall und seine Folgen

Ben war mit seiner Freundin Maria (10) unterwegs, als er einen Böller fand, der explodierte. Die Wucht der Explosion verletzte seine Hände so schwer, dass Ärzte sie amputieren mussten. Zudem erblindete er vollständig. Seine Mutter musste ihm erklären, dass er nie wieder sehen wird. „Ich habe ihm gesagt, dass die Ärzte alles versucht haben, aber es nicht schaffen konnten“, berichtet die 43-Jährige.

Der Alltag im Krankenhaus

Tag und Nacht ist Carmen Brosius bei ihrem Sohn. „Er kann nichts alleine. Ich füttere ihn, wasche ihn, bringe ihn zur Toilette. Er muss wieder mobil werden, aber ohne Sicht fehlt ihm die Orientierung“, sagt sie. Ben lag einige Tage im künstlichen Koma und hat durch das lange Liegen Muskelkraft verloren. Nun nutzt er einen Rollstuhl. Die psychische Belastung für die vierfache Mutter ist enorm. Ihre anderen Kinder (4, 15 und 17) werden zu Hause von einer Pflegemutter betreut.

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Medizinische Schritte: OP und Prothese

Die Ärzte bereiten eine größere Operation vor, da an einem Armstumpf der Knochen herausschaut. „Aus dem Oberschenkel entnehmen Chirurgen Nervenbahnen und Blutgefäße und setzen sie wieder an“, erklärt Brosius. Ziel ist es, dass Ben später Gefühle im Armstumpf hat. Ein Team aus Neurochirurgen, plastischen Chirurgen und Kinderchirurgen arbeitet zusammen. Später soll Ben eine Prothese erhalten, mit der er Gegenstände greifen kann.

Spenden und Unterstützung

Eine Spendenaktion auf GoFundMe brachte bereits über 45.700 Euro von 1300 Menschen. Organisator Chris Hogrefe, ein IT-Spezialist aus Brandenburg, hilft der Familie. Er vermittelte auch Kontakte zu Firmen: Ein Fahrradgeschäft prüft ein Sponsoring für ein Fahrrad mit Beiwagen, und eine Autowerkstatt bietet einen günstigen Reparaturservice an.

Technische Hilfsmittel für den Alltag

Ben soll ein sprachgesteuertes Handy mit einer App erhalten, die Personen erkennt und Hindernisse anzeigt. Ehrenamtliche können ihn über den Dienst „Be My Eyes“ unterstützen. Zudem plant die Mutter Umbauten im Haus, wie Akustiksignale an Treppen. Sie möchte Ben nicht in ein Internat geben, sondern ihn an seiner alten Schule mit Hilfsmitteln und Schulbegleiter fördern.

Carmen Brosius ist dankbar für die Hilfe und lobt die Tapferkeit ihres Sohnes: „Er versucht, das Ganze zu verarbeiten, aber nachts träumt er vom Unfall. Er ist wütend auf den, der den Böller liegen ließ, und will, dass die Polizei ihn findet.“

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