Chirurg vor Gericht: Leber statt Milz entfernt – Patient stirbt
Chirurg verwechselt Leber mit Milz – Patient tot

Ein Chirurg aus dem US-Bundesstaat Florida steht wegen Totschlags vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, während einer Operation die Leber eines 70-jährigen Patienten entfernt zu haben, obwohl die Milz hätte entnommen werden sollen. Der Mann verblutete infolge des Eingriffs auf dem Operationstisch. Der Fall ereignete sich im August 2024, der Prozess begann nun, gut anderthalb Jahre später.

Chirurg gesteht Fehler – spricht von Trauma

Der angeklagte Chirurg Thomas Shaknovsky, 44 Jahre alt, legte in einer achtstündigen Aussage im November 2025 ein umfassendes Geständnis ab. Die Protokolle dieser Vernehmung wurden nun vom US-Sender NBC veröffentlicht. Shaknovsky erklärte darin, er sei durch den Tod des Patienten William Bryans „für immer traumatisiert“. „Es ist eine verheerende Sache, mit der ich den Rest meines Lebens leben muss“, sagte er. „Ich denke jeden einzelnen Tag daran.“ Er räumte ein, dass Operationen am falschen Körperteil „unter schwierigen Umständen“ vorkommen könnten.

Ablauf der tödlichen Operation

Shaknovsky schilderte detailliert den Verlauf der Operation. Nach der versehentlichen Entfernung der Leber habe er eine Krankenschwester angewiesen, das Organ in den Unterlagen als „Milz“ zu bezeichnen. Auch in den postoperativen Dokumenten vermerkte er dies. Er sei zum Zeitpunkt von Bryans Tod „psychisch angeschlagen“ und „am Boden zerstört, demoralisiert“ gewesen. Die Witwe Beverly Bryan reichte Klage ein und wirft Shaknovsky ärztliches Fehlverhalten vor. Sie behauptet, er habe „die Entfernung von Herrn Bryans Leber fälschlicherweise verschwiegen“, um „seine grobe Fahrlässigkeit zu vertuschen und die damit verbundene Peinlichkeit zu vermeiden“. Tatsächlich ist belegt, dass der Angeklagte die falsche Dokumentation anordnete.

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Leber und Milz sind eigentlich nicht zu verwechseln

In seiner Aussage versuchte Shaknovsky, das Vorgehen mit „Chaos im Operationssaal“ zu rechtfertigen. Der Patient habe stark zu bluten begonnen, sein Herz habe aufgehört zu schlagen. Das Team habe Herzdruckmassagen durchgeführt, er selbst habe versucht, die Blutungsquelle zu finden. „Ich konnte den Unterschied nicht erkennen, weil ich so aufgebracht war“, sagte er mit Blick auf das Organ. Es sei „wie ein verstopftes, überlaufendes Waschbecken“ gewesen. „Nachdem ich 20 Minuten lang verzweifelt versucht hatte, sein Leben zu retten, passierte es dann am falschen Ort.“ Mediziner betonen jedoch, dass Leber und Milz schwer zu verwechseln sind: Die Leber ist weitaus größer und schwerer. Nachdem das Team Bryan nicht wiederbeleben konnte, ging Shaknovsky in die medizinische Bibliothek des Krankenhauses, um zu weinen – er habe nicht gewollt, dass Angestellte ihn so sähen. Er vermutete zudem, Bryans Milz sei wegen einer Geschwulst „doppelt so groß wie normal“ gewesen. Die Witwe gibt hingegen an, ein Gerichtsmediziner habe ihr mitgeteilt, die Milz ihres Mannes sei anatomisch „nahezu normal“ gewesen.

Rechtliche Konsequenzen

Im Fall einer Verurteilung drohen Shaknovsky bis zu 15 Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von bis zu 10.000 US-Dollar. Der Prozess wird mit Spannung verfolgt, da er ein seltenes Beispiel für einen schwerwiegenden medizinischen Fehler mit Todesfolge darstellt.

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