Studie enthüllt: Falsches Abendlicht kann Melatonin-Ausschüttung um bis zu 12 Prozent reduzieren
Falsches Abendlicht reduziert Melatonin um bis zu 12 Prozent

Falsches Abendlicht kann Schlafrhythmus erheblich stören

In vielen Haushalten herrscht auch am Abend taghelle Beleuchtung. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung belegt nun, dass die Wahl der falschen Lichtquelle den natürlichen Übergang in den Schlaf messbar beeinträchtigen kann. Die im Fachjournal „Scientific Reports“ veröffentlichte Studie liefert konkrete Zahlen zu diesem Phänomen.

Melatonin als Schlüsselhormon für gesunden Schlaf

Im Zentrum der Forschungsarbeit stand das Hormon Melatonin, das abends natürlicherweise ansteigt und dem Körper das Signal zur Ruhephase gibt. Künstliche Beleuchtung kann diesen biologischen Prozess jedoch erheblich verlangsamen. Die Stärke dieser Bremswirkung hängt dabei entscheidend von der Art der verwendeten Lampe ab.

Für ihre Untersuchung analysierten die Wissenschaftler insgesamt 52 handelsübliche Lichtquellen. Das Spektrum reichte von modernen LED-Lampen über Energiesparlampen bis hin zu klassischen Glühbirnen. Besonderes Augenmerk lag auf LEDs mit verstellbarer Lichtfarbe, die von Kaltweiß bis Warmweiß variieren können.

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Kaltweißes Licht zeigt stärkste Bremswirkung

Die Ergebnisse der modellbasierten Berechnungen sind eindeutig: Kaltweißes LED-Licht mit einer Farbtemperatur von 5000 bis 5700 Kelvin zeigte den deutlichsten Effekt. In der Simulation war der abendliche Melatoninanstieg im Durchschnitt um etwa 12 Prozent reduziert. Dadurch erhält der Körper schwächere biologische Signale, müde zu werden.

Ähnlich negativ schnitten kaltweiße Energiesparlampen ab, die ebenfalls eine Abschwächung von rund 12 Prozent verursachten. Diese Werte basieren auf typischer Wohnraumnutzung 30 bis 90 Minuten vor dem Schlafengehen.

Warmweiße Alternativen schonen den Schlaf

Deutlich günstiger fielen die Ergebnisse bei warmweißem Licht aus. Warmweiße LED-Lampen mit 2700 bis 3000 Kelvin reduzierten den erwarteten Melatoninanstieg nur um etwa 3,6 Prozent. Noch besser schnitten warmweiße Energiesparlampen mit lediglich 2,6 Prozent Abschwächung ab.

Die geringste Beeinträchtigung zeigten klassische Glühlampen. Hier betrug die berechnete Reduktion des Melatoninanstiegs nur etwa 1,5 Prozent. Besonders eindrucksvoll war der Unterschied bei verstellbaren LED-Lampen: Bei Umstellung von kaltweißem auf kerzenähnliches, extra-warmes Licht (2100 Kelvin) sank die Melatoninhemmung von rund 10 Prozent auf nahezu null.

Blaulichtfilter nur bedingt wirksam

Die Forscher untersuchten zusätzlich die Wirkung von Blaulichtfilter-Brillen. Klare oder nur leicht gelblich getönte Modelle zeigten kaum Effekt, da sie jenen Lichtanteil weitgehend durchlassen, auf den das innere Uhr-System besonders empfindlich reagiert. Stärker braun getönte Brillen blockierten diesen Bereich deutlich besser und ließen den natürlichen Melatoninanstieg weitgehend erhalten.

Wichtig zu beachten ist, dass diese Ergebnisse auf modellbasierten Berechnungen beruhen und nicht auf direkten Messungen im menschlichen Körper. Dennoch ermöglichen sie einen realitätsnahen Vergleich gängiger Lichtquellen und ihrer potenziellen Auswirkungen auf den Schlaf-Wach-Rhythmus.

Die Studie unterstreicht, wie wichtig die bewusste Wahl der Abendbeleuchtung für einen gesunden Schlaf sein kann. Insbesondere in den Stunden vor dem Zubettgehen empfiehlt sich der Einsatz von warmweißen Lichtquellen, um den natürlichen Melatoninanstieg nicht unnötig zu behindern.

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