Hantavirus-Ausbruch: Deutsche Kreuzfahrt-Passagiere in Frankfurt eingetroffen
Hantavirus: Deutsche Passagiere in Frankfurt angekommen

Vier deutsche Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ sind am späten Sonntagabend aus Eindhoven in den Niederlanden nach Deutschland gebracht worden. Der sogenannte Sonderisoliertransport erreichte die Universitätsklinik Frankfurt, wie der Hessische Rundfunk und die Süddeutsche Zeitung berichteten. Dort werden die Passagiere zunächst weiter untersucht und beobachtet, bevor sie zur Quarantäne in ihre jeweiligen Bundesländer überführt werden. Die zuständigen Gesundheitsämter entscheiden über die weiteren Maßnahmen.

Evakuierungsflug von Teneriffa

Am Sonntagnachmittag waren die Betroffenen per Evakuierungsflug von der Kanareninsel Teneriffa nach Eindhoven gebracht worden. Die „Hondius“ hatte dort nach mehreren Wochen auf See angelegt. Neben Deutschen und Niederländern befanden sich auch Belgier und Griechen an Bord. Alle waren nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums vor dem Abflug symptomfrei.

Transport nach Frankfurt

Vom militärischen Teil des Flughafens Eindhoven aus ging es für die Passagiere in einem Fahrzeugkonvoi nach Frankfurt. Der Transport wurde von Einsatzkräften der Feuerwehren Essen und Frankfurt organisiert und begleitet, wie die Nachrichtenagentur dpa erfuhr.

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Ein deutscher Passagier soll in die Berliner Charité gebracht werden. Nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit zeigt die Person bisher keine Symptome und stammt aus der Region Berlin-Brandenburg. Eine symptomfreie deutsche Kontaktperson soll in Baden-Württemberg in häusliche Quarantäne gehen, teilte das Sozial- und Gesundheitsministerium in Stuttgart mit.

RKI: Keine Pandemie-Gefahr

Der Chef des Robert Koch-Instituts, Lars Schaade, sieht aktuell keine Gefahr für die Bevölkerung. Das Virus könne Menschen sehr krank machen, sagte Schaade am Sonntagabend im ZDF-„heute journal“. „Aber die gute Nachricht ist eigentlich, das ist kein Virus, das sich verbreitet. Und insofern kann ich, glaube ich, sagen: Ich sehe eigentlich keine Gefährdung für die Bevölkerung in Deutschland und auch keine Pandemie-Gefahr.“

WHO: Sechs bestätigte Fälle, drei Tote

Auf der „Hondius“ befanden sich zuletzt 140 bis 150 Reisegäste, Besatzungsmitglieder und begleitende Experten aus 23 Ländern. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums war darunter eine mittlere einstellige Zahl deutscher Staatsangehöriger. Laut dem Schiffsbetreiber Oceanwide waren sechs Deutsche an Bord.

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurden die Menschen von der im Hafen von Granadilla vor Anker liegenden „Hondius“ in kleinen Gruppen an Land gebracht und mit Bussen zum Flughafen Tenerife Sur gefahren.

Nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle. Drei dieser acht Personen starben: ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine deutsche Frau. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt haben könnte.

„Hondius“ auf dem Weg nach Rotterdam

Die „Hondius“ soll nach Ausschiffung der Menschen mit einem Teil der Crew in Richtung Niederlande steuern, unter deren Flagge sie fährt. Erst nach der Ankunft im Hafen Rotterdam soll die an Bord gestorbene Deutsche vom Schiff gebracht werden. Auch die Desinfektion des Schiffs wird in den Niederlanden erfolgen. Bis nach Rotterdam wird die „Hondius“ rund fünf Tage unterwegs sein.

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