Hendrik Streeck: Hantavirus-Ausbruch keine neue Pandemie
Hendrik Streeck: Hantavirus keine neue Pandemie

Berlin – Der Virologe und CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Streeck (48) meldet sich zu Wort: Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem Expeditionsschiff MV Hondius, bei dem drei Menschen starben, wächst die Sorge vor einer neuen Pandemie. Streeck kann jedoch beruhigen.

Streeck: Hantavirus ist bekannt und beherrschbar

Anders als zu Corona-Zeiten, als Virologen oft uneinig waren, herrscht beim Hantavirus Einigkeit. Streeck erklärt: „Das liegt daran, dass es sich nicht um ein neues Virus handelt, sondern um eines, das sehr bekannt ist. Es gibt viele Untergattungen, eine davon ist in Deutschland heimisch. Daher kennen wir das Virus und können damit umgehen.“

Übertragung: Hauptsächlich über Nagetiere

Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung sei untypisch, betont Streeck. „Das Virus wird vor allem über Kot und Urin von Nagern übertragen. In Deutschland kommt es zu Ausbrüchen, wenn Menschen im Frühjahr Gärten oder Garagen ausmisten und den Staub einatmen.“

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Im Fall der MV Hondius handelt es sich jedoch um den gefährlichen Andes-Stamm, der auch von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Zwei Niederländer und eine Flugbegleiterin starben. Streeck sieht dennoch keine Pandemiegefahr: „Durch Kontaktpersonen-Nachverfolgung wie in Corona-Zeiten kann der Ausbruch schnell eingedämmt werden.“

Deutschland ist gut vorbereitet

Streeck betont, dass Deutschland auf Hantavirus-Erkrankungen vorbereitet sei. „Der in Deutschland typische Hantavirus verläuft meist wie ein milder grippaler Infekt, kann aber Nieren und Lunge betreffen. Auf den Infektiologie-Stationen können wir Patienten gut behandeln.“ Auch die Ärzte in Düsseldorf, die eine Passagierin der MV Hondius behandeln, seien bestens informiert.

Seit der Corona-Pandemie habe Deutschland viel gelernt, etwa das Abwassermonitoring. Aber es gebe auch Defizite: „Wir müssen lernen, gesellschaftlichen Zusammenhalt in Pandemiephasen zu bewahren, ohne Gruppen wie die Ungeimpften auszugrenzen.“

Fazit des Virologen: „Das Hantavirus ist nichts, über das wir uns Sorgen machen müssen. Aber es ist wichtig, darüber zu reden und auf das Virus aufmerksam zu machen.“

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