Herzinfarkt-Rückgang in MV: Seenplatte schlägt Alarm
Herzinfarkt-Rückgang in MV: Seenplatte alarmiert

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Herzinfarkte seit 2017 um acht Prozent zurückgegangen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO). Trotz dieses positiven Trends bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland. Der Rückgang ist auf verbesserte Prävention, moderne Medizin und bessere Nachsorge zurückzuführen, wie Tom Forbrich von der AOK Nordost betont. Dennoch warnen Experten vor einer Entwarnung: Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Rauchen sind weiterhin weit verbreitet.

Regionale Unterschiede in MV

Das Risiko eines Herzinfarkts variiert innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns erheblich. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte verzeichnet mit 450 Herzinfarkten pro 100.000 Einwohner über 30 Jahren die höchste Rate im Land. Auch der Landkreis Ludwigslust-Parchim liegt mit 410 Fällen deutlich über dem Landesdurchschnitt von 360. In den kreisfreien Städten Schwerin und Rostock sind die Werte mit 290 beziehungsweise 270 Herzinfarkten pro 100.000 Einwohner deutlich niedriger. Ursächlich für diese Unterschiede sind der Altersdurchschnitt und der Anteil sozial benachteiligter Menschen in den Regionen.

Warum die Zahlen sinken

Die AOK-Kardiologin Prof. Dr. Anja Sandek erklärt den Rückgang mit Fortschritten in der Früherkennung und Behandlung. „Vorsorgeuntersuchungen erkennen Risiken wie Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte früher“, sagt sie. Moderne bildgebende Verfahren wie die Computertomographie der Herzgefäße ermöglichen es, Verengungen zu erkennen, bevor Durchblutungsstörungen auftreten. Zudem haben sich Katheterbehandlungen und chirurgische Verfahren weiterentwickelt, sodass mehr Menschen einen Herzinfarkt überleben.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Bedeutung der Nachsorge

Nach einem Herzinfarkt ist eine konsequente Nachsorge entscheidend. Dazu gehören die Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin sowie die regelmäßige Einnahme von Medikamenten. Herzsport, Rauchstopp und Bewegung können einen weiteren Infarkt verhindern. „Besonders wichtig ist die kardiologische Rehabilitation. Sie senkt die Sterblichkeit und die Rate erneuter Krankenhauseinweisungen nachweislich“, betont Prof. Sandek. Leider nehmen fünf von sechs Betroffenen diese Reha nicht in Anspruch.

Tipps zur Vorbeugung

Jeder kann sein persönliches Risiko senken: Nicht rauchen, regelmäßige Bewegung, Kontrolle des Blutdrucks und der Cholesterinwerte. Bei Diabetes sollte dieser gut eingestellt sein. Ab 35 Jahren empfiehlt sich der regelmäßige Check-up beim Hausarzt. Im Verdachtsfall eines Herzinfarkts – mit Symptomen wie Brustschmerz, Atemnot, Übelkeit, kaltem Schweiß oder starker Schwäche – ist sofort der Notruf 112 zu wählen. Bei Frauen können die Beschwerden atypisch sein, etwa Luftnot, Übelkeit, Oberbauchschmerz oder starke Erschöpfung.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration