Jeder Dritte unzufrieden: Deutsche kritisieren Gesundheitssystem
Jeder Dritte unzufrieden mit Gesundheitssystem

Umfrage: Jeder Dritte mit Gesundheitssystem unzufrieden

Das Vertrauen der Deutschen in ihr Gesundheitssystem schwindet. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag der DAK Gesundheit ist die Zufriedenheit auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen. Nur noch 62 Prozent der Bürger bewerten das Gesundheitswesen positiv, während sich die Zahl der Unzufriedenen in den vergangenen Jahren verdreifacht hat. Mittlerweile sieht jeder Dritte die medizinische Versorgung kritisch.

Lange Wartezeiten und Ärztemangel als Hauptprobleme

Die Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, bei der vom 18. bis 30. April insgesamt 1015 Menschen ab 16 Jahren befragt wurden, offenbart deutliche Missstände. 72 Prozent der Befragten beklagen lange Wartezeiten auf einen Arzttermin – das ist der häufigste Grund für negative Erfahrungen. Zudem hat der wahrgenommene Ärztemangel in den eigenen Regionen seit 2011 von 13 auf 36 Prozent zugenommen. Besonders betroffen ist Ostdeutschland, wo mehr als jeder Zweite das Problem spürt.

Vertrauen in Krankenhäuser sinkt

Auch die stationäre Versorgung leidet: Nur noch 33 Prozent der Befragten haben uneingeschränktes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser. 2022 waren es noch 43 Prozent. Die ambulante Versorgung wird ebenfalls schlechter bewertet.

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Skeptische Erwartungen an die Zukunft

Die Mehrheit der Bevölkerung (59 Prozent) erwartet, dass sich die Gesundheitsversorgung in den kommenden zehn Jahren weiter verschlechtert. Zwei Drittel fordern umfassende Reformen, aber nur 27 Prozent glauben, dass diese tatsächlich kommen. 54 Prozent sind skeptisch. Insgesamt wächst die Unzufriedenheit mit der Gesundheitspolitik der Bundesregierung: 61 Prozent haben keinen guten Eindruck – der schlechteste Wert seit 2009.

Reaktionen auf Warkens Sparpaket

Das geplante 16-Milliarden-Euro-Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken stößt auf gemischte Reaktionen. Während eine Zuckerabgabe und höhere Rabatte für Pharmahersteller Zustimmung finden, lehnt die Mehrheit Maßnahmen ab, die höhere Kosten oder niedrigere Leistungen bedeuten. Besonders umstritten sind Kürzungen beim Zahnersatz und höhere Kassenbeiträge. Die große Mehrheit glaubt nicht, dass die Beiträge stabil bleiben, wie von Warken und Kanzler Friedrich Merz versprochen.

Forderung nach Reformen

DAK-Chef Andreas Storm fordert angesichts der Umfrageergebnisse „wirkungsvolle Therapien“ im Gesundheitssystem. Die Menschen hätten kein Vertrauen in die Lösungskompetenz der Politik. Er verlangt von Warken eine Kombination aus fairer Lastenverteilung und mutigen Strukturreformen, um das Vertrauen zurückzugewinnen.

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