Indigene Schauspielerin verklagt James Cameron wegen Gesichtsdiebstahls
Klage gegen James Cameron wegen Gesichtsdiebstahls

Die Schauspielerin Q’orianka Kilcher hat eine Klage gegen den Regisseur James Cameron und die Walt Disney Company eingereicht. Sie wirft ihnen vor, ihre Gesichtszüge ohne Erlaubnis für die Figur Neytiri in der „Avatar“-Filmreihe verwendet zu haben. Die Klage wurde an einem kalifornischen Bezirksgericht eingereicht und beruft sich unter anderem auf ein Deepfake-Gesetz.

Die Ursprünge der Inspiration

James Cameron hatte in einem Interview mit dem französischen Magazin „Konbini“ im Jahr 2024 während einer Ausstellung in Paris enthüllt, dass Kilchers Gesicht die Vorlage für Neytiri war. Er beschrieb ihr „sehr interessantes Gesicht“ als Quelle seiner Zeichnungen. Kilcher, die als 14-Jährige in Terrence Malicks Film „The New World“ die Rolle der Pocahontas spielte, erfuhr erst durch virale Videos auf TikTok und X von dieser Aussage.

Rechtliche Grundlagen der Klage

Kilchers Anwaltsteam, die Peter Law Group, argumentiert, dass es sich hierbei nicht um Inspiration, sondern um Ausbeutung handele. Cameron habe die biometrischen Gesichtsmerkmale eines indigenen Mädchens genommen und sie in einem industriellen Produktionsprozess genutzt, um Milliardengewinne zu erzielen, ohne jemals um Erlaubnis zu bitten. Die Klage stützt sich auf das kalifornische „Right of Publicity“-Gesetz, das die unbefugte Nutzung der Identität einer Person verbietet.

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Bezug zu KI und Deepfake

Besonders brisant ist der Fall im Kontext der Künstlichen Intelligenz. Kilcher betonte gegenüber der „New York Times“, dass ihr Fall eine Warnung für das KI-Zeitalter sei: „Unser Aussehen ist nicht mehr sicher. Wenn wir jetzt nicht handeln, wird so etwas zur Normalität.“ Die Anwälte berufen sich sogar auf einen Deepfake-Pornografie-Paragrafen des kalifornischen Zivilgesetzes, da eine Liebesszene von Neytiri in „Avatar“ gezeigt wird. Dies erinnert an die Forderungen der Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA während des Hollywoodstreiks 2023, die eine Regelung für die Nutzung digitaler Kopien von Schauspielern durchsetzte.

Bisherige Reaktionen

Weder James Cameron noch Disney haben sich bisher zu den Vorwürfen geäußert. Kilcher, die 1990 in Schweigmatt im Schwarzwald geboren wurde und unter anderem in der Serie „Yellowstone“ mitwirkte, hatte gehofft, eine Rolle in den „Avatar“-Fortsetzungen zu erhalten, wurde aber nie besetzt. Sie traf Cameron 2010 bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung, bei der er ihr eine Zeichnung von Neytiri mit der Widmung schenkte: „Deine Schönheit war meine frühe Inspiration für Neytiri. Schade, dass du gerade einen anderen Film gedreht hast. Nächstes Mal.“

Der Fall wirft grundlegende Fragen zum Schutz der Persönlichkeitsrechte im digitalen Zeitalter auf und könnte weitreichende Konsequenzen für die Filmindustrie haben.

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